"Magnifica Humanitas"

Erste Enzyklika von Papst Leo XIV. kommt am Pfingstmontag

Veröffentlicht am 18.05.2026 um 14:00 Uhr – Lesedauer: 

Vatikanstadt ‐ Das erste große Lehrschreiben von Leo XIV. steht unmittelbar bevor: Die Enzyklika "Magnifica Humanitas" befasst sich mit KI – für den Papst die Soziale Frage unserer Zeit. Nun steht fest, wann es veröffentlicht wird.

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Die erste Enzyklika von Papst Leo XIV. wird am Pfingstmontag veröffentlicht. Der Vatikan kündigte die Vorstellung des Lehrdokuments mit dem Titel "Magnifica Humanitas – Über den Schutz des Menschen im Zeitalter der künstlichen Intelligenz" am Montag an. Wie bereits vorab berichtet, wurde das Schreiben am 15. Mai vom Papst unterschrieben, dem 135. Jahrestag der Verkündung der Enzyklika "Rerum Novarum" von Papst Leo XIII.

Bei der Pressekonferenz zur Vorstellung wird neben den Präfekten Victor Manuel Fernández (Glauben) und Michael Czerny (Ganzheitliche Entwicklung) unter anderem auch der Mitgründer des KI-Unternehmens Anthropic, Chris Olah, teilnehmen. Anthropic gilt unter den großen KI-Unternehmen als das, bei dem Ethik einen besonders großen Stellenwert hat. Bei der Ausarbeitung ethischer Prinzipien hatte das Unternehmen auch Vertreter von Religionen beteiligt.

An der Vorstellung der Enzyklika wirken außerdem die Sozialethikerin Anna Rowlands von der britischen Universität Durham und der Sozialethiker Leocadie Lushombo, der am von den Jesuiten getragenen Theologieinstitut der kalifornischen Universität Santa Clara unterrichtet, mit. Papst Leo XIV. selbst wird die Vorstellung nach einem Schlusswort von Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin mit einer Ansprache und einem Segen abschließen.

KI bereits jetzt Schwerpunkt des Pontifikats von Leo

Details zu den Inhalten wurden nicht mitgeteilt. Dem Vernehmen nach soll es unter anderem um Künstliche Intelligenz, den Frieden und die Krise des Völkerrechts sowie um weitere aktuelle Gefährdungen der Menschheit gehen. Mit dem Datum der Unterschrift setzt Leo XIV. die Enzyklika in die Tradition der päpstlichen Sozialverkündigung, die sein Vorgänger Leo XIII. (1878–1903) mit der ersten Sozialenzyklika 1891 begründet hatte. Auch danach hatten Päpste immer wieder Jahrestage des Erscheinens von "Rerum novarum" genutzt, um Sozialenzykliken zu veröffentlichen, so Pius XI. (1922–1939) mit "Quadragesimo anno" (1931) und Johannes XXIII. (1958–1963) mit "Mater et magistra" (1961).

Die sozialen und theologischen Herausforderungen durch Künstliche Intelligenz waren bereits in der Sozialverkündigung von Papst Franziskus (2013–2025) in der Spätphase seines Pontifikats ein wichtiges Thema. Im Januar 2025 veröffentlichte das Glaubensdikasterium mit der Erklärung "Antiqua et nova" erstmals ein Grundsatzdokument, das sich schwerpunktmäßig mit KI befasst. Papst Leo XIV. hat bereits kurz nach seiner Wahl den Umgang mit KI als die "Soziale Frage unserer Zeit" bezeichnet und sich seither immer wieder zum Thema geäußert. In der vergangenen Woche teilte der Vatikan mit, dass er eine "interdikasterielle Kommission für Künstliche Intelligenz" eingerichtet hat, die die Zusammenarbeit und den Informationsaustausch der Mitglieder bei Aktivitäten und Projekten im Bereich der KI fördern soll, auch mit Blick auf Richtlinien für deren Einsatz beim Heiligen Stuhl. Für den Staat der Vatikanstadt gibt es bereits seit 2024 ein Gesetz, das den Einsatz von KI regelt. (fxn)