Bericht: Wiener Erzbischof will Dompfarrer Faber absetzen
Der prominente Wiener Dompfarrer Toni Faber scheint vor der Ablösung zu stehen. Laut der österreichischen Zeitung "Die Presse" will Erzbischof Josef Grünwidl den Priester im kommenden Jahr in den Ruhestand schicken. Die Erzdiözese Wien selbst sagte auf Anfrage von katholisch.de, dass der Erzbischof seit einiger Zeit Gespräche mit Dompfarrer Faber über die Zukunft der Pfarre und des Pfarrers führe. "Da diese Gespräche noch nicht abgeschlossen sind, können wir zu ihrem Inhalt auch noch nichts sagen", so der Sprecher.
Faber war bei gesellschaftlichen Anlässen in der Hauptstadt wiederholt zusammen mit seiner "sehr guten Freundin" Natalie Nemec aufgetreten; das löste eine Diskussion über seinen Umgang mit dem Zölibat aus. Faber selbst betonte, zur Ehelosigkeit zu stehen, für die er sich mit dem Priesterberuf entschieden habe.
Faber ist seit 1997 Dompfarrer des Stephansdoms. Laut der "Presse" laufen derzeit "finale Gespräche" zwischen Faber und dem Erzbischof "über die Modalitäten des Übergangs und den künftigen Einsatzort des dann Alt-Dompfarrers". Sicher sei, dass Faber dem Priesteramt treu bleibe, trotz seines Kokettierens mit angeblich "zahlreichen Angeboten" aus Wirtschaft, Politik und Kultur. Der Priester feiert im kommenden Jahr seinen 65. Geburtstag, hat das Alter von 75 Jahren also noch nicht erreicht, in dem Pfarrer ihren Rücktritt spätestens erklären müssen.
Erzbischof Grünwidl offen für Diskussion über Zölibat
Der Alterzbischof von Wien, Kardinal Christoph Schönborn, galt als Unterstützer Fabers, der ihm vor allem seine Erfolge bei Kirchen-Eeintritten und Wiedereintritten zugute hielt. Nach eigenen Angaben begleitet Faber jährlich 80 bis 100 Menschen zurück in die Kirche. Grünwidl, der die Erzdiözese seit Januar leitet, hatte sich nach seinem Amtsantritt irritiert über Faber gezeigt, lobte aber zugleich dessen pastorales Engagement: "Beim Zölibat hat er aber eine Lösung gefunden, mit der ich mir schwertue. Wir sind im Gespräch, um eine Lösung zu finden", so der Erzbischof weiter.
Grünwidl hält den Zölibat für eine theologisch zu klärende Frage, betonte aber, dass er in Einheit mit der Kirche handeln wolle. "Es war auch in unserer Kirche nicht immer so, dass der Zölibat vorgeschrieben war", betonte er im April. "Ich wäre glücklicher, wenn man über diese Frage nachdenkt und dann sagt, wer sich für das zölibatäre Leben berufen fühlt, soll das so leben – aber dass es auch die Möglichkeit gibt, mit Familie Priester zu sein." (fxn)
