Stätte als lebendigen Ort bewahren

Jordanien will 2.000 Jahre Taufe Jesu feiern – neue Uni eingeweiht

Veröffentlicht am 19.05.2026 um 19:18 Uhr – Lesedauer: 

Amman ‐ Jubiläum eines biblischen Highlights: In Jordanien wurde der Auftakt zur 2.000-Jahres-Feier der Taufe Jesu im Jordan gemacht. Gefeiert wird zwar erst 2030. Eine erste große Neueröffnung gibt es aber schon jetzt.

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Die 2.000-Jahres-Feier der Taufe Jesu im Jordan soll in Jordanien im Jahr 2030 groß begangen werden. Bereits am Montag gaben Kirchenführer und der jordanische König Abdullah II. den Auftakt zur "Initiative 2030", wie das arabischsprachige christliche Portal Abouna am Dienstag berichtete. Der Lateinische Patriarch von Jerusalem, Kardinal Pierbattista Pizzaballa, rief anlässlich der Feier zur geistlichen Erneuerung und Wiederentdeckung der Taufe auf.

Die "Initiative 2030" lade ein, mit Glauben und Verantwortung in die Zukunft zu blicken, so Pizzaballa laut Bericht. Die als Taufstelle Jesu verehrte Stätte Al-Maghtas am jordanischen Ufer des Jordan müsse als lebendiger Ort bewahrt werden, an dem die Menschen Gott begegnen und die Tiefe ihrer Taufe neu entdecken können.

Bessere Infrastruktur, erste Universität

Jordaniens König Abdullah II. erklärte, im Zentrum der Jubiläumsaktion stünden eine Verbesserung der Infrastruktur und der Dienstleistungen an der heiligen Stätte. Zum Auftakt der Initiative eröffnete er zudem bereits eine internationale orthodoxe Universität an der biblischen Stätte. Die erste akademische Einrichtung an der Taufstelle stärke die symbolische Bedeutung des Ortes und stehe im Zeichen der Rolle des haschemitischen Königreichs als Vorbild für Mäßigung und interreligiöse Harmonie.

Die vom griechisch-orthodoxen Patriarchat von Jerusalem gegründete Lehreinrichtung soll demnach im September mit der Aufnahme erster Studierender beginnen. Sie bietet Raum für 40 Bewohner und sieht zudem die Möglichkeit eines Fernstudiums vor. Ziel ist laut Patriarch Theophilos III., Studierende aus Jordanien, dem Nahen Osten und der ganzen Welt aufzunehmen. Nach Patriarchatsangaben ist die Einrichtung als "moderne interdisziplinäre Universität" mit geisteswissenschaftlichem Schwerpunkt konzipiert, die Männern wie Frauen offensteht. Daneben soll sie den christlich-muslimischen Dialog und einen zivilisatorischen Austausch zwischen Ost und West fördern. (KNA)