Nach Berichten über Absetzung

Dompfarrer Faber kann sich Ruhestand mit 65 vorstellen

Veröffentlicht am 20.05.2026 um 09:15 Uhr – Lesedauer: 

Wien ‐ Der neue Wiener Erzbischof will sich anscheinend von seinem Dompfarrer trennen – beide Seiten bestätigten Gespräche. Toni Faber selbst gibt sich gelassen: Gegen Rente mit 65 hätte er nichts.

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Der Wiener Dompfarrer Toni Faber hätte nichts gegen einen frühen Ruhestand mit 65. Gegenüber der österreichischen Zeitung "Der Standard" sagte der Priester, dass er entgegen seiner ursprünglichen Haltung sich vorstellen könnte, als Dompfarrer in Pension zugehen. Er sei in "guten Gesprächen" mit Erzbischof Josef Grünwidl. Am Montag wurde bekannt, dass der Erzbischof Faber wohl im kommenden Jahr in den Ruhestand schicken will. Die Erzdiözese Wien bestätigte gegenüber katholisch.de, dass Gespräche stattfänden, äußerte sich aber nicht zu Inhalten.

Faber sagte gegenüber dem "Standard", dass er darauf hoffe, als einfacher Priester weiter mit Messen, Taufen und anderen seelsorglichen Diensten in der Dompfarre St. Stephan tätig sein zu können. Der Priester, der seit gut 30 Jahren Dompfarrer ist, wird im kommenden Jahr 65. Pfarrer bleiben in der Regel deutlich über das gesetzliche Pensionsalter im Amt, spätestens mit 75 Jahren müssen sie ihrem Bischof aber den Rücktritt anbieten.

Die Unstimmigkeiten ausgelöst hatten Fabers Auftritte bei gesellschaftlichen Anlässen in der Hauptstadt. Er war wiederholt zusammen mit seiner "sehr guten Freundin" Natalie Nemec aufgetreten; das löste eine Diskussion über seinen Umgang mit dem Zölibat aus. Faber selbst betonte, zur Ehelosigkeit zu stehen, für die er sich mit dem Priesterberuf entschieden habe. Medienberichten zufolge laufen derzeit "finale Gespräche" zwischen Faber und dem Erzbischof "über die Modalitäten des Übergangs und den künftigen Einsatzort des dann Alt-Dompfarrers". Sicher sei, dass Faber dem Priesteramt treu bleibe, trotz seines Kokettierens mit angeblich "zahlreichen Angeboten" aus Wirtschaft, Politik und Kultur.

Erzbischof Grünwidl offen für Diskussion über Zölibat

Der Alterzbischof von Wien, Kardinal Christoph Schönborn, galt als Unterstützer Fabers, der ihm vor allem seine Erfolge bei Kirchen-Eintritten und Wiedereintritten zugute hielt. Nach eigenen Angaben begleitet Faber jährlich 80 bis 100 Menschen zurück in die Kirche. Grünwidl, der die Erzdiözese seit Januar leitet, hatte sich nach seinem Amtsantritt irritiert über Faber gezeigt, lobte aber zugleich dessen pastorales Engagement: "Beim Zölibat hat er aber eine Lösung gefunden, mit der ich mir schwertue. Wir sind im Gespräch, um eine Lösung zu finden", so der Erzbischof weiter.

Grünwidl hält den Zölibat für eine theologisch zu klärende Frage, betonte aber, dass er in Einheit mit der Kirche handeln wolle. "Es war auch in unserer Kirche nicht immer so, dass der Zölibat vorgeschrieben war", betonte er im April. "Ich wäre glücklicher, wenn man über diese Frage nachdenkt und dann sagt, wer sich für das zölibatäre Leben berufen fühlt, soll das so leben – aber dass es auch die Möglichkeit gibt, mit Familie Priester zu sein." (fxn)