Anhänger sollten sich in Dienst der Kirche stellen

Papst Leo XIV. lobt und ermahnt katholische Charismatiker

Veröffentlicht am 30.05.2026 um 14:56 Uhr – Lesedauer: 

Vatikanstadt ‐ Die charismatische Erneuerungsbewegung in der katholischen Kirche ist bekannt für ihre spontanen, für Außenstehende oft schwer verständlichen Gebetsweisen. Der Papst schätzt und mahnt sie.

  • Teilen:

Papst Leo XIV. hat die Mitglieder der Charismatischen Erneuerungsbewegung in der katholischen Kirche aufgefordert, ihre Erfahrung des Heiligen Geistes in den Dienst der Kirche zu stellen. Bei seiner ersten Begegnung mit der Bewegung am Samstag im Vatikan würdigte er die geistliche Lebendigkeit der Charismatiker und ermahnte sie, nicht der Versuchung zu Selbstdarstellung oder Machtstreben nachzugeben.

"Stellen Sie sich in den Dienst Ihrer Diözesen und Pfarreien und bringen Sie Ihre Erfahrung und Ihre Methoden der Evangelisierung ein", sagte Leo XIV. Er sprach am Samstagvormittag vor mehreren tausend Mitgliedern der Katholischen Charismatischen Erneuerung in der vatikanischen Audienzhalle.

Die Begegnung wurde von "Charis", der Koordinierungsstelle des Vatikans für die internationale Charismatische Erneuerung, organisiert. Sie war von Papst Franziskus in Kooperation mit der Vatikanbehörde für die Laien eingerichtet worden. Sie soll den Dialog mit den teils unübersichtlich organisierten Gruppen erleichtern.

Über 100 Millionen Charismatiker weltweit

Rund 165 Gruppen sind derzeit unter dem Dach von "Charis" organisiert. Der charismatischen Bewegung in der katholischen Kirche gehören weltweit mehr als 100 Millionen Menschen an. Ihre Gottesdienste und Gebete sind ähnlich wie die der Pfingstkirchen von Spontaneität und lautstarker Begeisterung Einzelner geprägt.

Leo XIV. erinnerte daran, dass die Charismatische Erneuerung nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-1965) stark gewachsen sei. Papst Franziskus habe sie wiederholt als einen "Strom der Gnade" bezeichnet, der "für die ganze Kirche, nicht nur für einige" bestimmt sei. Leo sagte zu, auch er wolle die Beziehung gegenseitigen Respekts, der Nähe und der Unterstützung zwischen Papst und Charismatischer Erneuerung fördern.

Er hob lobend hervor, dass die Bedeutung des Heiligen Geistes in der Bewegung auch die praktische Nächstenliebe wachsen lasse. Ihre Mitglieder hälfen vielen Menschen in geistlicher und materieller Not. Zugleich mahnt der Papst die Charismatiker, "niemals dem Wunsch nach Selbstdarstellung oder dem Streben nach Macht oder persönlichem Ansehen nachzugeben". (KNA)