Kurz vor geplanten unerlaubten Bischofsweihen

Gegen "moderne Irrtümer" – Piusbrüder mit kämpferischem Credo

Veröffentlicht am 25.06.2026 um 09:35 Uhr – Lesedauer: 

Rom/Menzingen ‐ Am 1. Juli wollen die Traditionalisten der Piusbruderschaft vier neue Bischöfe ohne Erlaubnis des Papstes weihen. Zuvor haben sie nun noch einmal klargemacht, woran sie glauben – und was sie bekämpfen.

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Die traditionalistische Piusbruderschaft hat ihre Ablehnung der aktuellen Glaubenslehre der katholischen Kirche bekräftigt. In einer als "Glaubensbekenntnis" bezeichneten Anlage zu einem Offenen Brief an den Papst und die Kardinäle spricht die Bruderschaft von "modernen Irrtümern" in der Kirche. Das 154 Absätze umfassende Dokument wurde am Mittwoch in mehreren Sprachen veröffentlicht.

Zentraler Inhalt ist ein Bekenntnis zur Glaubenslehre der katholischen Kirche, wie sie bis Mitte des 20. Jahrhunderts formuliert wurde. Weder in den 18 Seiten Text noch in den 127 Fußnoten wird dabei ein Dokument des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962–1965) zitiert, noch kommen die Päpste des Konzils oder der Folgezeit vor. Der jüngste zitierte Papst ist Pius XII. (1939–1958). Der offene Begleitbrief zu dem Credo ist unterzeichnet vom Generaloberen Davide Pagliarani (Foto oben). Ferner haben ihn seine Generalassistenten und Pagliaranis Vorgänger, Bischof Bernard Fellay, unterschrieben.

Klagen über Krise und Verfall

Aus Sicht der Piusbrüder leidet die Kirche unter einem Verfall von Sitte und Moral. Zudem äußern sie Zweifel an der aktuellen katholischen Glaubenslehre. "Was von allen, überall und zu allen Zeiten als zum Glauben gehörend geglaubt wurde, darf weder durch irgendeine theologische Modeerscheinung, noch durch pastoralen Druck, noch durch diplomatische Notwendigkeiten, noch durch angebliche Anforderungen der modernen Welt geleugnet oder in Zweifel gezogen werden." Über allem stehe "die Verheißung Christi", die niemals von den "Pforten der Hölle" überwältigt werden könne.

Gleichzeitig sieht die Bruderschaft die Kirche derzeit "Zeiten der Prüfung" unterworfen, "in denen das Bekenntnis des wahren Glaubens stark geschwächt ist, in denen Irrlehren sich ausbreiten, in denen die Disziplin nachlässt und viele Seelen in die Irre geführt werden". Diese "Krise von außergewöhnlicher Schwere" sei durch das Zweite Vatikanische Konzil ausgelöst worden, durch das "die modernen Irrlehren" in die Kirche eingedrungen seien.

Ein Treuebekenntnis zum aktuellen Papst Leo XIV. wird in dem Dokument nicht formuliert. Zwischen dem Vatikan und den Piusbrüdern war es zuletzt wieder zu einer Auseinandersetzung gekommen. Die Traditionalisten hatten für den 1. Juli neue Bischofsweihen angekündigt. Da diese kein päpstliches Mandat hätten, wäre das erneut ein Akt der Kirchenspaltung. Das vatikanische Glaubensdikasterium hat Weihen wiederholt untersagt und bei Zuwiderhandlung mit Exkommunikation der Beteiligten gedroht, also dem Ausschluss aus der Kirchengemeinschaft. (KNA)