Zum 75-jährigen Bestehen

Kretschmann und Krämer würdigen katholische Akademie in Stuttgart

Veröffentlicht am 27.06.2026 um 08:48 Uhr – Lesedauer: 

Stuttgart ‐ Seit 75 Jahren besteht die Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Baden-Württembergs Ex-Ministerpräsident Winfried Kretschmann meint: Von dem katholischen Haus profitieren sowohl die Gesellschaft als auch die Kirche.

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Baden-Württembergs Ex-Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat die Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart als Ort zur "Stärkung des Nervensystems der Demokratie" und des innerkirchlichen Dialogs würdigt. Die Gesellschaft brauche für den konstruktiven Austausch über Konfliktthemen einen intakten öffentlichen Raum, sagte Kretschmann laut Mitteilung der Akademie am Donnerstagabend in Stuttgart-Hohenheim bei einer Festveranstaltung zum 75-jährigen Bestehen des katholischen Hauses. Die Akademie sei dafür ein idealtypischer Ort.

"Zeitgemäßes Christsein auf Augenhöhe"

Sie sei eine Einrichtung, in der man sich nicht nur treffe, sondern begegne, ergänzte der Grünen-Politiker. Dabei gebe es eine Haltung der Offenheit, und eine Haltung, in diesen Diskursen etwas bewirken zu wollen. "Das ist das freundschaftliche Gespräch, das hier stattfinden kann", sagte Kretschmann, der Kuratoriumsmitglied der Akademie ist.

Mit ihrer "religiösen Resonanzerfahrung" inspiriere die Kirche dabei Gesellschaft und freiheitliche Demokratie, indem sie die göttliche Resonanz in der Welt bezeuge und ein Leben in Resonanz anstoße, lobte Kretschmann. Doch nicht nur für die Gesellschaft biete die Akademie einen offenen Raum. Auch der Kirche selbst ermögliche sie ein "zeitgemäßes Christsein auf Augenhöhe, im Dialog, in Eigenverantwortung und in der Freiheit des Christenmenschen".

Krämer: Akademie wirkt vorbildlich in Gesellschaft hinein

Der Bischof von Rottenburg-Stuttgart, Klaus Krämer, sagte, die Akademie wirke auf vorbildliche Art in die Gesellschaft hinein. Mit dem, was sie anbiete und anstoße, werde sie "zu einer unverzichtbaren und markanten kirchlichen Stimme und diskursiven Wirkmacht".

Krämer fügte hinzu: "In Zeiten, in denen Gefährdungen der Demokratie wahrzunehmen sind, Menschenrechte im Kontext von Migration und Flucht bedroht sind, gesellschaftlicher Zusammenhalt bröckelt, ethische Orientierung verloren zu gehen droht, Krieg zu einer erschreckenden Selbstverständlichkeit geworden ist, Multilateralismus in den internationalen Beziehungen unterminiert wird, sind Impulse und zuweilen auch Imperative der Menschlichkeit mehr als gefragt." (KNA)