Jubiläum von Obermarchtal

Bischof Krämer würdigt Kloster-Ort: Zeuge christlichen Lebens

Veröffentlicht am 29.06.2026 um 12:15 Uhr – Lesedauer: 

Obermarchtal ‐ 776 wurde das heutige Obermarchtal mit einem Kloster erstmals urkundlich erwähnt. Nun feiert der Ort 1.250-jähriges Bestehen. Bischof Krämer würdigte die jahrhundertelange Ordensgeschichte, aber auch innovative Konzepte.

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Als eines der ältesten Zeugnisse christlichen Lebens im südwestdeutschen Raum hat der Rottenburger Bischof Klaus Krämer die Gemeinde Obermarchtal gewürdigt. Sie wurde als alamannisches Marchtala mit einem der Benediktinerabtei Sankt Gallen zugehörigen Kloster im Jahr 776 erstmals urkundlich erwähnt. Heute sei der Ort "von Tradition und Innovation geprägt", sagte Krämer beim Festwochenende zum 1.250-jährigen Bestehen des Ortes, wie das Bistum auf seiner Homepage mitteilte.

Das klösterliche Leben der Gemeinde im Alb-Donau-Kreis nahe Ehingen bestand über viele Jahrhunderte hinweg. Erst waren es die Benediktiner, dann von 1171 bis zur Säkularisation 1802 die Prämonstratenser-Chorherren. Die in ihrer heutigen Form zwischen 1686 und 1770 errichtete Anlage gilt als maßgebend für oberschwäbische Barockklöster.

"Schwäbische Schöpfung" stammt von hier

Der Bischof erinnerte auch an kulturelle Leistungen, die aus Obermarchtal hervorgingen: Der Pfarrer und Chorherr Sebastian Sailer (1714–1777) dichtete hier in derber Mundart die Komödie "Die Schwäbische Schöpfung", die die biblische Schöpfungsgeschichte um Adam und Eva in die oberschwäbische Bauernwelt versetzt.

Der Organist, Komponist und Prämonstratenser Sixtus Bachmann (1754–1825) komponierte hier bedeutende geistliche Chor- und Instrumentalmusik. Bischof Krämer sagte weiter, die Klosterschule von Obermarchtal sei in der süddeutschen Bildungslandschaft ihrer Zeit weit voraus gewesen. Diese Tradition lebe fort.

Ganzheitliches Bildungskonzept

Die 1972 von der Diözese erworbene Klosteranlage beherbergt heute eine Schule und die diözesane Lehrerfortbildungsakademie. Mit dem "Marchtaler Plan" stehe der Name dieses Ortes "für ein innovatives und ganzheitliches Bildungskonzept unserer katholischen Schulen - auch damit wurden Maßstäbe gesetzt in der Bildungslandschaft unseres Landes", sagte Krämer.

Auch das Kunstdepot der Diözese ist hier beheimatet. Und dass die Gemeinde in diesem Jahr auch das 25-Jahr-Jubiläum der Erhebung der Klosterkirche zum Münster feiern könne, unterstreiche die "große Strahlkraft des Ortes", so der Bischof. (KNA)