New Yorker Oberhirte Ronald Hicks

Erzbischof: Sehe neue Hinwendung zum Glauben – vor allem bei Jüngeren

Veröffentlicht am 02.07.2026 um 15:50 Uhr – Lesedauer: 

New York/Vatikanstadt ‐ New Yorks neuer Erzbischof Ronald Hicks sieht eine wachsende Rückkehr junger Erwachsener in die Kirche. In einem Interview spricht er auch über neue Chancen für die Evangelisierung und seine ersten Monate in New York.

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Der seit Februar amtierende Erzbischof von New York, Ronald Hicks, beobachtet ein neues Interesse junger Menschen am Glauben. "Ich sehe – wie vielerorts im Land und weltweit – eine neue Hinwendung zum Glauben, insbesondere unter jungen Erwachsenen", sagte Hicks am Mittwoch im Interview mit "Vatican News". Gerade in New York sei diese Entwicklung deutlich zu beobachten: "Menschen in ihren Zwanzigern und Dreißigern kehren in die Kirche zurück."

Viele junge Erwachsene suchten Gemeinschaft und wollten sich für andere einsetzen, wüssten aber oft nicht, wie sie das konkret tun könnten, so der Erzbischof weiter. "Sie wollen die Welt zu einem besseren Ort machen." Die Kirche könne ihnen dabei einen Weg aufzeigen, indem sie vermittle, wie sich Glaube in konkretes Handeln, ehrenamtliches Engagement und Dienst am Nächsten übersetzen lasse. Darin sehe er "große Chancen" für die Erzdiözese New York. Zugleich müsse die Kirche die Glaubensbildung, Katechese und Evangelisierung weiter stärken. "Wir sollten diesen Moment nutzen und Menschen aller Altersgruppen helfen, den Herrn kennenzulernen, ihn zu lieben und ihm zu dienen."

Hicks über Leo XIV.: Spüre, dass mein Herz seinem Herzen nahe ist

Die Kirche dürfe sich dabei nicht um sich selbst drehen, betonte Hicks. "Wir müssen eine Kirche bleiben, die nicht selbstbezogen ist, sondern missionarisch handelt und den Menschen dient." Genau dazu rufe auch Papst Leo XIV. die Bischöfe auf. "Ich spüre, dass mein Herz seinem Herzen sehr nahe ist."

Überrascht zeigte sich Hicks von dem herzlichen Empfang in New York. Er habe zunächst das Klischee im Kopf gehabt, dass viele New Yorker rau, unhöflich und ständig in Eile seien. Tatsächlich habe er jedoch überall große Freundlichkeit erlebt. "Ich kann in eine Pizzeria gehen, um mir ein Stück Pizza zu kaufen, und der Mann hinter dem Tresen erkennt mich und fragt: 'Sind Sie der Neue?' Ich antworte: 'Ja, ich bin der Neue.' Und er sagt: 'Willkommen in New York! Herzlichen Glückwunsch. Wir freuen uns, dass Sie hier sind.'"

Am Montag hatte Hicks das Pallium erhalten

Aus diesen Begegnungen habe er zweierlei gelernt: "Man sollte Menschen nicht aufgrund von Klischees beurteilen, sondern ihnen persönlich begegnen." Außerdem sei New York "ein Mikrokosmos der Welt". In der Erzdiözese kämen alle zusammen, sagte der 58-jährige Erzbischof. Besonders beeindrucke ihn, "wie sehr die Menschen New York lieben, wie sehr sie ihre Erzdiözese lieben, die Kirche lieben und Jesus lieben – und wie sie gemeinsam etwas Gutes bewirken wollen"

Hicks hatte am Montag im Petersdom von Papst Leo XIV. das Pallium erhalten. Die Verleihung sei für ihn vor allem ein Zeichen der Einheit mit dem Papst gewesen. Mit dem Pallium bekennen die Erzbischöfe ihre Verbundenheit mit dem Heiligen Vater. Leo XIV. habe in seiner Predigt über die Apostel Petrus und Paulus daran erinnert, dass Einheit trotz aller Unterschiede möglich sei, so Hicks. Der Papst habe die Erzbischöfe ermutigt, diesem Beispiel zu folgen und gemeinsam mit ihm die Kirche zu leiten. (stz)