Vatikan hatte Homilie durch Laien untersagt

Ordensfrauen zu Predigtverbot: Müssen stumm bleiben und zuhören

Veröffentlicht am 06.07.2026 um 17:39 Uhr – Lesedauer: 

München ‐ Das Laienpredigt-Verbot beschäftigt weiterhin die Kirche in Deutschland. Nun meldet sich eine Gruppe von Ordensfrauen zu Wort: Der auferstandene Christus lasse sich durch Frauen ebenso bezeugen, wie durch Männer.

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Eine Gruppe von Ordensfrauen hat das vatikanische Predigtverbot für Laien kritisiert. "Wir sind Ordensfrauen, feiern das Stundengebet, die liturgischen Feste, die Eucharistie, die eucharistische Anbetung, leben aus der Heiligen Schrift und richten unser gesamtes Leben nach dem Evangelium aus", heißt es in einer Stellungnahme der "Ordensfrauen für Menschenwürde" (Montag). Viele Ordensfrauen seien Theologinnen, Krankenhausseelsorgerinnen, gäben Exerzitien und Besinnungstage oder begleiteten Menschen in geistlicher Begleitung. "Aber wenn es ernst wird mit der Quelle und dem Höhepunkt unseres geistlichen Lebens, dann müssen wir stumm bleiben und zuhören."

Die Ordensfrauen kritisierten, dass das Predigtverbot grundsätzlich alle Frauen betreffe, egal wie gut diese ausgebildet seien. "Insofern ist das Predigtverbot nicht nur eine Aussage über Amtsträger und Laien, sondern auch eine Aussage über Männer und Frauen", heißt es in dem Text. "Sobald eine Frau nach der Lesung des Evangeliums das Wort ergreift und die Schrift im Licht des Lebens der Menschen auslegt, scheint für manche eine Grenze überschritten zu sein", kritisieren die Ordensfrauen. "Wir sind überzeugt, dass sich der auferstandene Christus durch Frauen ebenso bezeugen lässt wie durch Männer. Die Fähigkeit zur Predigt gründet nicht im Geschlecht, sondern in der Berufung durch Gott und in der Gabe des Heiligen Geistes."

Spaltung längst vollzogen

Schon die Bibel sei voll von Geschichten, die den entscheidenden Beitrag von Frauen zum Wirken Gottes betonten. "Die Amtskirche täte heute gut daran, sich einzugestehen, dass eine recht verstandene Schrift und Tradition, verbunden mit einer Berücksichtigung der Zeichen der Zeit, für Gerechtigkeit für Frauen sprechen", schreiben die Ordensfrauen. Einer Weltkirche stünde es zudem gut an, den Einzelkirchen mehr Gewicht zu geben und den unterschiedlichen Kontexten Rechnung zu tragen. Die Spaltung, vor der bei einer Zulassung der Laienpredigt gewarnt werde, sei längt vollzogen. "Nur im Unterschied zu früher erdulden Frauen nicht länger das Unrecht, sondern erheben ihre Stimme und/oder verlassen die Kirchengemeinschaft."

Ende Juni hatten der Vatikan und die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) das Schreiben von Liturgiepräfekt Kardinal Arthur Roche an den DBK-Vorsitzenden, Bischof Heiner Wilmer, veröffentlicht. Darin bekräftigte Roche, dass Laien in der Eucharistiefeier keine Homilie halten dürfen. Zuvor hatte Wilmer in einem Brief an Roche um ein Indult für die Praxis der Laienpredigt gebeten. Auslöser für die Bitte Wilmers ist der 2023 verabschiedete Handlungstext "Verkündigung des Evangeliums durch Lai*innen in Wort und Sakrament" des Synodalen Wegs. (cbr)