Frankreichs Traditionalisten stellen sich hinter Papst Leo XIV.
Frankreichs traditionalistische Katholiken stellen sich nach dem Schisma der Piusbrüder auf die Seite von Papst Leo XIV. Nach der unerlaubten Weihe von vier Bischöfen durch die Priesterbruderschaft St. Pius X. (SSPX) und der anschließenden Exkommunikation durch den Vatikan betonen romtreue Anhänger der vorkonziliaren Liturgie ihre Verbundenheit mit dem Pontifex. Davon berichtet der katholische Nachrichtendienst "OSV News" am Dienstag.
Die jüngsten Weihen der Piusbrüder im schweizerischen Écône und die anschließenden Exkommunikationen hätten jedoch viele verunsichert, sagt Philippe Darantière, Vorsitzender der Vereinigung Notre-Dame de Chrétienté, die jedes Jahr die traditionelle Pfingstwallfahrt von Paris nach Chartres organisiert. Es sei nicht immer einfach, an der Tradition festzuhalten und zugleich die Einheit mit der kirchlichen Hierarchie zu wahren, so der Vorsitzende. Er hoffe deshalb auf Wohlwollen seitens der französischen Bischöfe. Die Beziehungen zwischen den Anhängern der vorkonziliaren Liturgie und den Bischöfen seien weiterhin unterschiedlich ausgeprägt und teilweise noch zurückhaltend, so Darantière.
Teil der Vorbereitungen für Papstbesuch
Gleichzeitig engagieren sich Frankreichs Traditionalisten bei den Vorbereitungen für den Papstbesuch in Frankreich vom 25. bis zum 28. September. Zu jenen Akteuren, die bei der Vorbereitung mitwirken, gehört auch die Organisation Notre-Dame de Chrétienté. Darantière erklärte, seine Organisation sei vom Erzbistum Paris gebeten worden, sich an den Vorbereitungen für den Papstbesuch zu beteiligen. Für die Veranstaltungen würden rund 10.000 Freiwillige benötigt. Notre-Dame de Chrétienté sei wegen seiner Erfahrung mit Großveranstaltungen angefragt worden; an der jährlichen Wallfahrt nehmen fast 20.000 Menschen teil.
Der Vatikan hatte in der vergangenen Woche zunächst förmlich die Exkommunikation jener sechs Männer bestätigt, die am 1. Juli an der vom Papst verbotenen Bischofsweihe der Bruderschaft in der Schweiz beteiligt waren, sprich die Weihespender und die Geweihten. Da diese Weihen laut Kirchenrecht einen schismatischen Akt darstellten, folgte die Exkommunikation automatisch. Der Vatikan betonte, dass alle Priester und Diakone der Piusbruderschaft Schismatiker sind und sich damit die Tatstrafe der Exkommunikation zuziehen. (mtr)
