Nach schismatischen Bischofsweihen

Erzbistum Köln warnt vor Sakramentenempfang bei Piusbrüdern

Veröffentlicht am 10.07.2026 um 15:05 Uhr – Lesedauer: 

Köln ‐ Ein Gottesdienstbesuch sei "unbedingt zu vermeiden": Nach den schismatischen Weihen der Piusbruderschaft hat das Erzbistum Köln davor gewarnt, Sakramente bei der Gemeinschaft zu empfangen – und Alternativen genannt.

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Nach den schismatischen Bischofsweihen der Priesterbruderschaft St. Pius X. warnt das Erzbistum Köln die Gläubigen vorm Empfang der Sakramente bei der Gemeinschaft. "Alle Sakramente werden von der Piusbruderschaft unrechtmäßig gespendet, da keine rechtmäßige Sendung und keine Gemeinschaft mit dem Papst und den Diözesanbischöfen besteht", teilte die Erzdiözese am Freitag mit. "Es ist aus Glaubens- und Gewissensgründen nicht zu verantworten, den Empfang von Sakramenten bei der Piusbruderschaft zu suchen. Es wird daher ausdrücklich ermahnt, nicht an Feiern der Piusbruderschaft teilzunehmen."

Laien, die sich "innerlich oder äußerlich der Piusbruderschaft anschließen" und sich so von der der katholischen Kirche und der Autorität des Papstes abwendeten, seien schismatisch und exkommuniziert, erklärte das Erzbistum weiter. Gelegentliche Teilnahme an liturgischen Feiern bei ihnen bewirke zwar nicht automatisch die Exkommunikation, sei jedoch "unbedingt zu vermeiden". Zudem betonte die Erzdiözese, dass Priester der Piusbruderschaft keine von der Kirche erteilte Jurisdiktion zur sakramentalen Lossprechung hätten und die von ihnen erteilte Absolution bei einer Beichte damit ungültig sei. Zudem seien Ehen, die unter der Assistenz eines Priesters der Piusbruderschaft geschlossen würden, ungültig. Die Erzdiözese berief sich dabei auf die vom Glaubensdikasterium veröffentlichte Erklärung im Anschluss an die unerlaubten Bischofsweihen. Das Erzbistum veröffentlichte den gesamten Wortlaut der Erklärung ebenso wie den Wortlaut des Exkommunikations-Dekrets.   

Auch Bistum Regensburg warnte vor Piusbrüdern

In der Mitteilung verwies das Erzbistum Gläubige, die die "Liturgie in der außerordentlichen Form des römischen Ritus (tridentinische Messe) schätzen" an Orte im Erzbistum, wo diese in voller Gemeinschaft mit der katholischen Kirche gefeiert würden.

Die Piusbruderschaft hatte am 1. Juli im schweizerischen Ecône ohne päpstliches Mandat und gegen den Willen von Papst Leo XIV. vier Priester zu Bischöfen geweiht. Da diese Weihen laut Kirchenrecht einen schismatischen Akt darstellten, folgte die Exkommunikation automatisch. Das vatikanische Glaubensdikasterium stellte daraufhin fest, dass alle Priester und Diakone der Piusbruderschaft Schismatiker sind und sich damit die Tatstrafe der Exkommunikation zuziehen. Unmittelbar nach den Weihen hatte das Bistum Regensburg bereits vor dem Besuch der Messe bei der Piusbruderschaft gewarnt. Das Priesterseminar Herz Jesu der Piusbruderschaft in Zaitzkofen liegt auf dem Gebiet des Bistums. (cbr)