"Hochgeschwindigkeitsmobilität" der Gesellschaft

Bamberger Erzbischof Gössl kritisiert das Fehlen innerer Ruhe

Veröffentlicht am 12.07.2026 um 14:04 Uhr – Lesedauer: 

Bamberg ‐ Menschen hetzen heute zu viel umher, zeigt sich der Bamberger Erzbischof Herwig Gössl überzeugt. Um etwas in der Welt bewegen zu können, brauche es aber Ruhe und Verwurzelung. Dafür nennt er Beispiele.

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Der Bamberger Erzbischof Herwig Gössl beobachtet eine gesellschaftliche "Hochgeschwindigkeitsmobilität", die Menschen in allen Lebensbereichen nicht mehr zur Ruhe kommen lässt. "Viele halten äußere Ruhe schon gar nicht mehr aus. Sie vergehen geradezu vor Langeweile", sagte Gössl laut Mitteilung des Erzbistums am Sonntag in Bamberg. Er äußerte sich anlässlich des Bamberger Heinrichsfestes. Es wird zu Ehren der Bistumspatrone Kaiser Heinrich und Kaiserin Kunigunde gefeiert.

Es brauche aber eine innere Ruhe und eine Verwurzelung in Gott, damit das eigene Leben Ertrag bringen und auch andere Menschen bewegen könne, sagte Gössl. Er erinnerte an das Jahresmotto "Du bewegst die Welt" des Erzbistums. "Es geht um eine Bewegung, die aus einer großen Tiefe kommt, die jemand anstoßen kann, weil er fest verwurzelt ist, weil er Stand, Stabilität hat."

Pater Lunkenbein als Vorbild

Gössl erinnerte auch an den Salesianerpater Rudolf Lunkenbein aus Oberfranken. Er war gemeinsam mit seinem Freund Simao vom Stamm der indigenen Bororo vor 50 Jahren in Brasilien erschossen worden. Sie hatten sich für die Rechte der indigenen Bevölkerung eingesetzt."Kaiser Heinrich und Kaiserin Kunigunde, Pater Rudolf Lunkenbein und Simao Bororo – sie haben Menschen bewegt und tun das bis heute: zu völlig unterschiedlichen Epochen, unter total verschiedenen Umständen – aber immer aus der tiefen inneren Verbindung mit Jesus Christus, dem Herrn", so der Erzbischof. Auch jeder andere Mensch könne etwas in Bewegung bringen, wenn er bereit sei, zu wachsen und sich auf Christus zu besinnen, anstatt ruhelos umher zu hetzen. (KNA)