Umsetzung der Weltsynode vor Ort

Synodendelegierte: Mitsprache auch bei schwierigen Entscheidungen

Beratungen bei Weltsynode
Bild: KNA/CPP/Alessia Giuliani

Pastorale Planung gemeinsam mit den Gläubigen, mehr Mitsprache bei schwierigen Entscheidungen und eine engere Zusammenarbeit von Pfarreien und Schulen: So zeigt sich die Umsetzung der Weltsynode in Teilen Kanadas. Darüber berichtet die kanadische Synodendelegierte Linda Staudt auf dem Portal "feinschwarz.net" am Freitag. Die Beispiele stammen aus der Diözese London in der Provinz Ontario. Im Mittelpunkt der Erfahrungen steht die Methode "Gesprächs im Geist", das Papst Franziskus (2013–2025) als Form gemeinsamer Beratung und Unterscheidung betont hatte.

Dabei gehe es weniger um Debatten als um Gebet, gegenseitiges Zuhören und gemeinsames Abwägen, erklärt Staudt. So wurden in mehreren Pfarreien Gläubige systematisch in die Fortschreibung pastoraler Entwicklungspläne einbezogen. In Gesprächsrunden berieten sie über Prioritäten und neue pastorale Schwerpunkte. Die Ergebnisse flossen anschließend in die Beratungen der Pfarrgremien ein. "Verändert hat sich nicht nur der Pastoralplan, sondern der Prozess selbst: Was einst vor allem Sache des Pfarrpastoralrats gewesen wäre, wurde zu einem breiteren, inklusiveren und partizipativeren Weg", so Staudt, die zu den vier kanadischen Laien gehörte, die Papst Franziskus als stimmberechtigte Delegierte zur Weltsynode berufen hatte. Heute ist sie Co-Vorsitzende des Synodenkomitees der Diözese London (Ontario).

Einladender und partizipativer

Auch bei schwierigen Entscheidungen helfe die synodale Arbeitsweise. Vor der Schließung einer Pfarrei habe es mehrere Sitzungen gegeben, in denen Gemeindemitglieder über den Erhalt wichtiger Traditionen, die Zukunft kirchlicher Angebote und den Umgang mit einer möglichen Schließung berieten. "Dieser Prozess nahm der Entscheidung nichts von ihrer Schwere, doch er veränderte, wie sie getroffen wurde", erklärt die Delegierte. "Sie wurde einladender und partizipativer und lud die Beteiligten ein, zu sprechen, zuzuhören und offen zu bleiben dafür, sich von dem verändern zu lassen, was sie hörten."

Ein weiteres Beispiel betreffe laut Staudt die Zusammenarbeit zwischen Pfarreien und katholischen Schulen. Vertreter beider Bereiche treffen sich inzwischen regelmäßig zu gemeinsamen Beratungen im Stil des "Gesprächs im Geist". Daraus seien neue Formen der Kooperation entstanden – etwa bei der Glaubensbildung von Familien, der Sakramentenvorbereitung und der pastoralen Begleitung von Schülerinnen und Schülern. Staudt erinnert zugleich daran, dass Papst Franziskus den Synodenprozess selbst immer wieder an Rückmeldungen aus den Ortskirchen ausgerichtet habe. (mtr)