Auch Umzug steht an – Kritik an Berichterstattung

Pensionierung fix: Dompfarrer Toni Faber geht 2027 in Ruhestand

 Dompfarrer Toni Faber bei einer Pressekonferenz
Bild: picture alliance / EVA MANHART / APA / picturedesk.com | EVA MANHART

Der prominente Wiener Dompfarrer Toni Faber wird sein Amt am 31. August 2027 abgeben und in den Ruhestand gehen. "Nach weiteren klärenden Gesprächen mit dem Erzbischof haben wir uns am heutigen Tag nach Abstimmung einiger Punkte auf die definitive Pensionierung mit 31. August 2027 fix geeignet", schreibt Faber in einem Brief an die Mitarbeitenden der Wiener Dompfarrei, der katholisch.de vorliegt. Das Schreiben ist auf den 17. Juli datiert.  

"Von 'Beileidsbekundungen' und Protesten bitte ich aufrichtig Abstand zu nehmen", schreibt Faber. Er sei in der "schönsten Lebensphase" seines priesterlichen Dienstes. "Mein Kalender ist wie gewohnt ziemlich voll. Was danach an Aufgaben auf mich wartet, ist Gegenstand vertraulicher Gespräche mit vielen Menschen aus Politik, Wirtschaft, Kunst und Kultur, Medien." Er werde sich auch weiterhin als Priester bei Taufen, Hochzeiten, Segnungen, Begräbnissen oder Messen einbringen, wolle seinem Nachfolger als Dompfarrer aber nicht im Weg stehen, sondern "eine Phase der Zurückhaltung einlegen", so Faber. "Eines könnt ihr annehmen: Fad wird mir sicher nicht."

Grünwidl "Best choice"

Zur Ernennung von Josef Grünwidl als neuem Wiener Erzbischof schreibt Faber, man habe "schließlich den für mich am passendsten erhalten. Best choice". Er kenne Gründwidl seit den gemeinsamen Tagen im Priesterseminar. "Wir sind zwar nach seinen Worten 'nicht die dicksten Freunde' geworden, aber ich kann mich an keine einzige Auseinandersetzung oder gar einen Streit erinnern, weil wir beide in Fragen der Kirche und der Zukunft der Kirche doch ähnlich denken", so Faber.  

Im Mai hatte es bereits Medienberichte über ein bevorstehendes Ende Fabers als Dompfarrer gegebenGrünwidl bestätigte später die Neubesetzung der Dompfarrei zum Sommer 2027. Als Grund nannte er die lange Amtszeit Fabers. "Es gab in der Geschichte des Dompfarrers niemanden, der 30 Jahre dieses Amt ausgeübt hat", sagte Grünwidl. Faber habe damit "einen Rekord aufgestellt". Der scheidende Dompfarrer schildert in seinem Brief, dass ihn "bei aller medialen Aufregung zum Thema meines Lebensstils" der Wunsch des Wiener Erzbischofs überrascht habe. "Nach weiteren – eigentlich vertraulich geführten – Gesprächen, platzte die mediale Bombe am Christi Himmelfahrts-Tag dieses Jahres. Titelgeschichte in der Kronen-Zeitung, genau mit den vertraulich geführten Argumenten", schreibt Faber. "Von meiner Seite kamen diese Informationen an die Medien sicher nicht." 

Dank an Mitarbeiter

Wenn er in zahlreichen Interviews danach gefragt wurde, wie lange er die Arbeit als Dompfarrer ausüben wolle, habe er oft sehr salopp geantwortet: "Naja, am besten bis 80 oder 85, um dann am Altar zu sterben", so Faber. Im Alter von 60 Jahren habe er diesen Wunsch nicht mehr aufrechterhalten können. Schon seit einem Jahr plane er unabhängig von seinem Ende als Dompfarrer, seine Dienstwohnung aufzugeben, um "eine definitiv alterstaugliche Domkapitular-Wohnung zu erhalten". Voraussichtlich im November werde er eine Wohnung am Stephansplatz beziehen können.  

Faber dankte in seinem Schreiben den Mitarbeitenden der Dompfarrei. Zusammen habe man "sehr viel gemeinsam zustande gebracht". "Ich danke jeder und jedem Einzelnen, die/der mit mir mitgezogen ist, immer wieder Neues ausprobiert hat und mich auch in meinen Schwächen mitgetragen hat." (cbr)