"Bares für Rares" in Holland: Gebetbuch ist rund 100.000 Euro wert
Traum eines jeden Trödelfans: Ein Gebetbuch, das am Mittwochabend in der niederländischen Fernsehsendung "Zwischen Kunst und Kitsch" angeboten wurde, entpuppt sich als weit kostbarer als von der Besitzerin gedacht. Es handelt sich um ein sogenanntes Stundenbuch von 1488, das rund 100.000 Euro wert ist, wie das "Nederlandsdagblad" am Donnerstag berichtet. Laut Sebastiaan Hesselink, Experte für alte Bücher, Manuskripte und Drucke, stammt es von einem "Meister der schwarzen Augen" ("Zwarte-ogen-meesters"), eine Bezeichnung für eine Reihe spätmittelalterlicher Buchmaler der Westniederlande.
Der Schwiegervater der Besitzerin hatte das reich mit Miniaturmalereien verzierte Stundenbuch demnach bei einer Auktion erworben. Es wurde im Kloster verwendet und enthält die jeweils zur Tagesstunde geltenden Gebete. Das in der Sendung präsentierte Exemplar stammt aus der 1470 erbauten Sankt-Gomaruskirche in Enkhuizen.
Wertvolle Funde werden bei "Zwischen Kunst und Kitsch" häufiger gemacht, hieß es. Das teuerste Objekt ist das Gemälde "Het Kantwerkstertje" (Die Spitzenklöpplerin) von Joost van Geel (1631-1698), das 2011 mit 250.000 Euro bewertet wurde. An fünfter Stelle steht nun das Stundenbuch, zusammen mit einem Gemälde von Adriaan de Lelie. Die deutsche Variante der Sendung, "Bares für Rares", wird von Horst Lichter moderiert und umfasst seit ihrem Start im Jahr 2013 inzwischen acht Staffeln mit mehr als 1.300 Folgen. Auch in der erfolgreichen ZDF-Sendereihe werden hin und wieder religiöse Gegenstände angeboten, so etwa eine Kreuzreliquie im Jahr 2019, die eine Rekordsumme von 42.000 Euro erbrachte. (tmg/KNA)