Fünf Jahre erste Synodalversammlung: Rückblicke auf eine "Zäsur"
"Wir wollen eine hörende Kirche sein. Wir brauchen Rat von Menschen außerhalb der Kirche", betonte der damalige Vorsitzender Deutschen Bischofskonferenz (DBK), Kardinal Reinhard Marx, am 14. März 2019 im emsländischen Lingen. Gemeinsam mit dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) werde man "einen verbindlichen Synodalen Weg als Kirche in Deutschland" gehen, um eine strukturierte, offene Debatte zu schaffen. Das Ziel von Bischöfen und Laien: Das durch die Ergebnisse der MHG-Studie verloren gegangene Vertrauen zurückgewinnen.
Rund zehn Monate später, am 30. Januar 2020, trafen sich die Delegierten des Synodalen Wegs zur ersten Synodalversammlung in Frankfurt. In den darauffolgenden drei Jahren bis zur fünften Vollversammlung im März 2023 ist vieles passiert: kontroverse Diskussionen über Reformvorschläge zu Ämtern für Frauen in der Kirche und zur kirchlichen Sexualmoral, Austritte von einzelnen Synodalen – und nicht zuletzt heftiger Gegenwind aus Rom. Nach dem Ende der Vollversammlungen wurde ein Synodaler Ausschuss initiiert, um die Gespräche weiterzuführen. Vier deutsche Diözesanbischöfe nehmen daran nicht teil. Und während der Synodale Weg bereits lief, initiierte Papst Franziskus 2021 einen synodalen Prozess für die Weltkirche, der in eine zweiteilige Synode mündete.
Wie blicken Mitglieder der Synodalversammlung auf das Treffen vor fünf Jahren und die Entwicklung des Synodalen Wegs zurück? Katholisch.de hat einige gefragt und ihre Statements gesammelt. Die einzelnen Wortmeldungen können Sie über einen Klick auf den Link ansteuern:
"Im geistlichen Leben gilt häufig: Die Entschlossenheit ist wichtiger als der Entschluss. Das gilt nun auf kirchlicher Ebene. Die Beschlüsse des Synodalen Weges und auch der römischen Synode markieren nicht den Abschluss einer Suchbewegung, sondern fordern Entschlossenheit und Ausdauer in Umsetzung und Weiterentwicklung. Das heißt, nicht nachzulassen, jede Art von missbräuchlichem Verhalten zu identifizieren und verhindern zu wollen. Und es heißt, mit Leidenschaft und Neugierde auf allen Ebenen Antworten auf Kernfragen zu suchen, die durch die synodalen Prozesse in den Fokus geraten: Wie gelingt es uns, Person und Botschaft Jesu erlebbar zu machen? Was unterscheidet uns in der Weise, Konflikte anzugehen von anderen? Wie wissen sich alle in der Kirche als ein wichtiger Teil des Ganzen?"
Michael Berentzen, Priester des Bistums Münster und Moderator beim Synodalen Weg sowie beim Synodalen Ausschuss
"Seit 'Frankfurt I' ist viel geschehen. Die Freiheit der Rede stand am Anfang und bleibt ein echter Gewinn. Seitdem sind viele synodale Kleinstschritte gegangen worden: erfolgreiche und sehr unerfolgreiche. Vieles dauert mir viel zu lang. So zerreißt es mich fast, wie wenig wir zum Beispiel bei der Geschlechtergerechtigkeit vorankommen. Trotzdem bleibe ich dabei. Denn es gilt jetzt die Erfahrungen des deutschen Synodalen Wegs, der angetreten ist für eine sicherere Kirche, die möglichst wenig anfällig für Missbrauch ist, zu verbinden mit dem Kairos, den die weltweiten Entwicklungen gerade darstellen. Gemeinsames Beraten und Entscheiden stärkt echte Autorität. Wir schreiben Kirchengeschichte. Wie jede Zeit das tut. Synodale Geschichte ist für mich besser als monarchische Geschichte."
Konstantin Bischoff, Pastoralreferent im Erzbistum München und Freising

"Fünf Jahre seit 'Frankfurt I' und weder ich, noch die Kirche, noch die Welt scheinen die gleiche zu sein", schreibt Mara Klein. Er*Sie ist nahm als einzige nonbinäre Person an der Synodalversammlung teil. Inzwischen ist Mara Klein Mitglied im Präsidium des Synodalen Ausschusses.
"Anfang 2020 wussten wir noch nichts von der Weltsynode, von Corona, von #OutinChurch, vom Erstarken der politischen Rechten. Wovon wir wussten war der systematisch durch die Kirche begünstigte Missbrauch von Minderjährigen. Es gab noch keinen Betroffenenbeirat. Und doch wurde schnell und bedrückend deutlich, dass sowohl Betroffene unter uns waren als auch solche, die trotz der evidenten Anfälligkeit ihrer Position für Täterverhalten den Prozess für unnötig, gar häretisch hielten. Fünf Jahre seit 'Frankfurt I', und weder ich, noch die Kirche, noch die Welt scheinen die gleiche zu sein. Wir sind einen weiten Weg gegangen – für einige zu weit, für andere nicht weit genug, für viele zu spät. Der Prozess bleibt schwierig, aber er dauert an; Synodalität verstetigt sich in Köpfen, Herzen und Strukturen. Im Kontext der aktuellen welt- und bundespolitischen Situation gibt mir das eine Hoffnung, die ich nie für möglich gehalten hätte."
Mara Klein, als einzige diverse Person Mitglied der Synodalversammlung, inzwischen Mitglied im Präsidium des Synodalen Ausschusses
"Mit dem Synodalen Weg kam Neues in die katholische Kirche. Das sieht man an der weltweiten Aufmerksamkeit und den Versuchen, ihn insgesamt als unkatholisch zu diskreditieren: weil Bischöfe in ihrer Leitungskompetenz angefragt wurden. Durch junge Leute, Frauen, LGBTIQ+. Durch Theologie. Durch Öffentlichkeit. Der Synodale Weg hat gezeigt: Katholisch – das könnte auch anders gehen. Kritik und Selbstermächtigung von Laien lösten aber nur kleine Erschütterungen im kirchlichen Gefüge aus. Zwar hatte der Schock von 2018 (MHG-Studie) den Synodalen Weg initiiert. Doch synodale Commitments zugunsten echter Missbrauchs-Aufarbeitung, Gerechtigkeit und Demokratie bleiben wirkungslos, solange die Loyalität der Bischöfe dem System Kirche gilt – und nicht den von diesem System Geschundenen. Sie bleiben wirkungslos, solange die Reformbereitschaft Roms die Grenze der Vorstellungskraft bestimmt."
Julia Knop, Dogmatik-Professorin in Erfurt

"Es bleibt weiterhin unsere Aufgabe, Synodalität als geistliche Entscheidungsfindung in Gemeinschaft in unserer Kirche zu etablieren", fordert Bischof Peter Kohlgraf. Der Mainzer Bischof war Mitglied im Synodalforum zur Priesterlichen Existenz . Kohlgraf ist Teil des Präsidiums des Synodalen Ausschusses.
"Die zentrale Herausforderung für unsere Kirche bestand schon zu Beginn des Synodalen Weges darin, das Auseinanderbrechen der christlichen Botschaft und der Lebenswirklichkeit der Menschen wahrzunehmen und nach Wegen zu suchen, sie zu überbrücken. Dazu braucht es eine Haltung des Zuhörens, die wir Schritt für Schritt einüben mussten und weiterhin müssen. Wenn ich an unsere erste Begegnung in Frankfurt zurückdenke, haben wir in dieser Dynamik des Zuhörens schon deutliche Fortschritte gemacht, die mich positiv stimmen. Wir dürfen nicht vergessen, dass der Beginn des Synodalen Weges deutlich von den Erfahrungen des Missbrauchsskandals und der MHG-Studie geprägt war und sich dies auch im Ton der erarbeiteten Texte niederschlägt. In diesem Zusammenhang ist es mir wichtig zu betonen, dass wir immer wieder neu darum ringen müssen, die Perspektive der Betroffenen verbindlich in die synodalen Prozesse und Entscheidungen einzubringen. Es bleibt weiterhin unsere Aufgabe, Synodalität als geistliche Entscheidungsfindung in Gemeinschaft in unserer Kirche zu etablieren. In diesem zutiefst geistlichen Anliegen wissen wir uns verbunden mit dem Synodalen Prozess, den Papst Franziskus für die Weltkirche angestoßen hat."
Bischof Peter Kohlgraf (Mainz)
"Mit dem synodalen Weg ist uns ein Kulturwandel gelungen. Wenn ich an das Treffen damals in Frankfurt denke, war es schon wegweisend, wie wir zusammensaßen: Nach Alphabet geordnet und nicht nach Laien und Bischöfen getrennt.
Im Verlauf waren für mich dann drei Erfahrungen besonders zukunftsweisend: 1. Unsere offenen und theologisch redlichen Debatten, 2. die erprobten Doppelspitzen mit der Praxis von geteilter Leitung und 3. die mutige Konsequenz, nach ausführlichen Beratungen auch gemeinsam Beschlüsse zu fassen.
Mit den inzwischen 16 Vereinbarungen, unter anderem zu geschlechtlicher Vielfalt, Segensfeiern, Frauen in sakramentalen Ämtern, Prävention sexualisierter Gewalt und einem synodalen Rat liegen wichtige Entscheidungen vor. Jetzt kommt es darauf an, dass wir sie in die Umsetzung bringen."
Birgit Mock, ZdK-Vizepräsidentin und Vorsitzende des Synodalforums IV "Leben in gelingenden Beziehungen – Liebe leben in Sexualität und Partnerschaft"

"Weiterhin ist die Auseinandersetzung mit den Themen, die den Synodalen Weg bestimmten, eine bleibende Aufgabe – in der Einheit mit der Weltkirche", schreibt Bischof Ulrich Neymeyr. Er ist Oberhirte von Erfurt.
"Der synodale Weg hat vor fünf Jahren mit großen Erwartungen begonnen. Die katholische Kirche in Deutschland ist ein Teil der Weltkirche. Dies bei den Sitzungen nicht auszublenden, war für mich eine grundlegende Prämisse bei der Entscheidungsfindung in den Beratungen und den Beschlüssen. Zu Zeiten der Repression durch die SED hat der 'Anker in Rom' der katholischen Kirche in der DDR einen Raum der Eigenverantwortung garantiert.
Die Infektionsschutzmaßnahmen in den Zeiten Covid-Pandemie waren große Hindernisse auf dem synodalen Weg. Es ist ein Verdienst der Verantwortlichen, dass trotzdem Synodalversammlungen in Präsenz stattfinden konnten. Auch wenn die Versammlungen mitunter hochemotional waren, haben sie zu einem vertieften Verständnis füreinander und zu einem geschwisterlichen Umgang miteinander beigetragen.
Die Live-Übertragung im Internet hat vielen Interessierten die Teilnahme ermöglicht, aber auch manchen Redebeitrag der Synodalen zur 'Fensterrede' werden lassen. Weiterhin ist die Auseinandersetzung mit den Themen, die den Synodalen Weg bestimmten, eine bleibende Aufgabe – in der Einheit mit der Weltkirche."
Bischof Ulrich Neymeyr (Erfurt)
"Für mich war es eine große Freude, mich mit so vielen überzeugenden Christen gemeinsam auf den Weg zu machen. Der Synodale Weg hat performativ etwas verändert: Durch das gemeinsame Beraten und Entscheiden steigt die Qualität der Beratung. Dahinter gibt es kein Zurück mehr. Einige Beschlüsse haben die kirchliche Realität verändert, zum Beispiel diejenigen zur geschlechtlichen Vielfalt oder zur Segnung von Paaren, die nicht kirchlich heiraten können. Beim Thema Machtkontrolle und Gewaltenteilung sind wir noch nicht wirklich weitergekommen. Da hat der Synodale Ausschuss noch Hausaufgaben zu erledigen. Am schmerzlichsten ist für mich persönlich, dass wir beim Thema der Gleichberechtigung von Frauen keine nennenswerten Fortschritte erzielen konnten. Da geht ohne Rom leider nichts voran. Papst Franziskus kritisiert immer wieder den Klerikalismus. Der Ausschluss von Frauen vom Weiheamt ist der größte Klerikalismus."
Werner Otto, Pfarrer der Pfarrei St. Bonifatius in Frankfurt

"Die Beschlüsse sind ambivalent", bilanziert der Bundesvorsitzende des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), Gregor Podschun. "Es gibt solche, die die Kirche voranbringen und Wahrheiten aussprechen, und solche, die weit hinter dem Notwendigen zurückblieben." Podschun nahm als einer der jungen Delegierten an den Synodalversammlungen in Frankfurt teil.
"Der Synodale Weg der katholischen Kirche in Deutschland war und ist unser Weg der Konkretisierung von Synodalität. Anlass waren die Ergebnisse der MHG-Studie aus dem Jahr 2018. Vor diesem Hintergrund diente die erste Synodalversammlung in Frankfurt vor allem der Vergewisserung darüber, welche Veränderungen es anzustreben gilt. Das war kein einfaches Unterfangen. Die konkrete synodale Kommunikations- und Arbeitsweise war für viele ganz neu. Synodalität ist niemals eine reine Strukturfrage, sondern hat ganz wesentlich eine spirituelle Dimension. Beide Perspektiven gehören zusammen. Die letzten Jahre haben vor allem gezeigt, dass Synodalität kein lokaler 'Trend' ist. Insbesondere die Weltbischofssynode in Rom hat das bestätigt. Ihre Ergebnisse verdeutlichen, dass wir in Deutschland keinen isolierten Sonderweg gehen."
Bischof Franz-Josef Overbeck (Essen)
"Als Teil der jungen Synodalen, welche sich für Reformen sowie für eine Abschaffung der Diskriminierung in der Kirche engagierten, war die Arbeit im Synodalen Weg stets herausfordernd und belastend. Wir mussten gegen die herrschenden Machtsysteme der Kirche ankämpfen. Die Beschlüsse sind ambivalent. Es gibt solche, die die Kirche voranbringen und Wahrheiten aussprechen, und solche, die weit hinter dem Notwendigen zurückblieben. Festgehalten werden muss, dass der Synodale Weg das Ziel der Bearbeitung der systemischen Ursachen sexualisierter Gewalt nicht erreicht hat und dies bis heute nicht aufgeholt wurde. Dazu wurden bisher zu wenige Beschlüsse umgesetzt. Auf weltkirchlicher Ebene ist eine Anerkennung der systemischen Ursachen sexualisierter Gewalt auch mit der Weltsynode nicht erfolgt. Leider ist kaum erkennbar, wie die Bischöfe den Ergebnissen der MHG-Studie angemessen begegnen wollen."
Gregor Podschun, BDKJ-Bundesvorsitzender

Dass man sich mit dem Synodalen Weg für ein kirchenrechtlich nicht genau gefasstes Konstrukt entschieden habe, was eine richtige Entscheidung, findet Thomas Sternberg. "Und alle Störfeuer konnten nicht hindern, dass etwas, das es rechtlich nicht gab, auch nicht verboten werden konnte." Als damaliger ZdK-Präsident hat er den Synodalen Weg gemeinsam mit Kardinal Reinhard Marx initiiert und war einer der Präsidenten des Reformprozesses.
"Fünf Jahre Synode in Deutschland sind fünf Jahre Erwartung, Enttäuschung und Hoffnung, fünf Jahre Krise und Durchbruch, fünf Jahre Kompromiss und Klärung. Im internationalen Vergleich steht Deutschland wegen der Programmatik und Organisationskraft des Synodalen Weges gut da – anfangs von einigen Bischöfen und vom Vatikan misstrauisch beäugt, heute, nach der römischen Weltsynode, mit sehr viel mehr Respekt als früher betrachtet.
Vor fünf Jahren habe ich theologisch in die Synode eingeführt, den Papstbrief an das pilgernde Gottesvolk vor Augen. Ich habe die Apostelgeschichte als Spiegel verwendet, um zu zeigen: Synodalität ist nicht neu, muss aber immer neu erfunden werden. Gegen Machtmissbrauch, für Beteiligungsrechte.
Ist das gelungen? Der Weg ist nicht zu Ende. Meine Hoffnung: So geht Kirchengeschichte."
Thomas Söding, ZdK-Vizepräsident
"'Was für ein schönes Bild von Kirche' habe ich gerufen, bevor die Delegierten in den Dom eingezogen sind. Es war neu, dass Laien und Bischöfe gemeinsam tagten. Es war richtig, eine Form gewählt zu haben, die nicht die Vorgaben des Kirchenrechts erfüllen musste. So konnten wir mit päpstlicher Ermunterung und Ermahnung beginnen. Und alle Störfeuer konnten nicht hindern, dass etwas, das es rechtlich nicht gab, auch nicht verboten werden konnte.
Trotz der Widrigkeiten der Corona-Pandemie konnten die Foren ihre Arbeit aufnehmen. Und sie haben Erfolg gehabt: Wichtige Texte und Entscheidungen sind entstanden. Sie sollen verlorengegangenes Vertrauen wiederherstellen und Reformabbrüche heilen.
Es war und ist keine allgemeine Synode, sondern ein Prozess, der die Themen der MHG-Studie zum Anlass hat. Dadurch fehlen wichtige Themen, doch es ist ein Schritt hin zu der 'Chiesa synodale', die der Papst einfordert und mit der Beteiligung von Laien in der Weltsynode eine Bestätigung fand."
Thomas Sternberg, ehemaliger Präsident des ZdK und des Synodalen Wegs

"Der Synodale Weg hat niemandem etwas genommen, sondern die Möglichkeiten Gottes vergrößert", schreibt Isabella Vergata Petrelli. Die Synodale nahm als Vertreterin der muttersprachlichen Gemeinden an den Synodalversammlungen teil.
"Vor der ersten Synodalversammlung war ich neugierig, aufgeregt, wütend und unheimlich gespannt auf alles, was kommen sollte. Nach der letzten Versammlung hatte ich das Gefühl, als müssten mein Kopf, mein Körper und mein Herz erstmal richtig zur Ruhe kommen. Der Reformprozess ist aber keinesfalls an ein Ende gekommen. Der Synodale Weg hat niemandem etwas genommen, sondern die Möglichkeiten Gottes vergrößert. Trotzdem frage ich mich manchmal: 'Habe ich genug gemacht? Hat der Synodale Weg etwas bewirkt?' Für diesen Abschnitt kann ich sagen: 'Ja! Aber es geht weiter.' Vielerorts werden Reformen schon umgesetzt. Jetzt gilt es, in den einzelnen Bistümern noch konkreter zu werden. Viele Wünsche sind noch offen, aber ich halte fest an der Hoffnung auf Veränderung und an den nächsten Schritt in meinem Bistum und in meiner Kirche."
Isabella Vergata Petrelli, Delegierte vom Bundespastoralrat der Katholiken anderer Muttersprache
"Der Beginn des Synodalen Weges vor fünf Jahren, für den ich mich aus Überzeugung und mit großer Entschiedenheit eingesetzt habe, markiert eine Zäsur für die Kirche in Deutschland. Mit ihm haben wir uns – umfassend, mit dem gebotenen theologischen Anspruch und mit einer hohen Bereitschaft zur Selbstkritik und zu notwendigen Reformen – mit missbrauchsbegünstigenden Strukturen in der Kirche befasst; etwa mit dem Umgang mit Macht und Gewalt oder der Rolle der Frauen.
Ich bin zutiefst dankbar für die vielfältigen Impulse des Synodalen Weges für eine tiefgreifende geistliche und strukturelle Erneuerung der Kirche. Diese gilt es, weiter zu vertiefen und mit Leben zu füllen. Zugleich haben wir dadurch, dass DBK und ZdK diesen Weg miteinander gehen, einen Weg eingeschlagen hin zu einer Kirche, in der die Letztverantwortung des Bischofs durch einen verbindlichen gemeinsamen Beratungs- und Entscheidungsweg eingebunden ist in die Mitverantwortung aller Gläubigen. Dieser Weg ist für mich unumkehrbar.
Dass wir mit dem Synodalen Weg, wie anfangs von manchen befürchtet, keinen nationalen Sonderweg eingeschlagen haben, zeigt mir die Weltbischofssynode 2021/24. Deren Reformvorschläge für eine synodale Kirche, die sich Papst Franziskus unmittelbar zu eigen gemacht hat, stimmen in vielem mit denen des Synodalen Weges überein."
Bischof Karl-Heinz Wiesemann (Speyer)
Zusammengestellt von Matthias Altmann und Christoph Brüwer