Bundeskanzler Merz nicht bei traditionellem Sternsinger-Empfang dabei
Anders als zunächst geplant kann Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) am Dienstag die Sternsinger nicht selbst im Bundeskanzleramt empfangen. Das erklärte am Montag ein Regierungssprecher. Merz sei in Paris, dort treffe sich die sogenannte Koalition der Willigen, um über die Ausgestaltung von Sicherheitsgarantien für die Ukraine zu sprechen. Vertreten wird Merz von Kanzleramtschef Thorsten Frei (CDU).
Zuvor hatte März im Gespräch mit der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) betont, dass er in der biblischen Erzählung der Heiligen Drei Könige, auf der die Sternsinger-Tradition beruht, einen Impuls für Bescheidenheit und Vertrauen sehe. Glück und Sinn seien oft im Unscheinbaren zu finden. "Die Drei Weisen suchen einen neugeborenen König und finden das Jesuskind in einer Krippe liegend, in einem einfachen Stall, unerwartet und unscheinbar." Auch im Alltag liege das Glück nicht immer in den großen, überragenden Erlebnissen und Erfahrungen, so der Kanzler. "Das sollten wir uns immer wieder vergegenwärtigen."
Mut und Offenheit
Mit Blick auf aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen betonte Merz die Bedeutung von Mut und Offenheit. Die Geschichte der Drei Könige stehe für einen Weg ins Ungewisse: "Die Drei Könige haben sich auf einen weiten Weg gemacht – voller Zuversicht und ohne zu wissen, was genau sie vorfinden werden." Angesichts neuer Herausforderungen wünsche er sich ähnliches für die Gesellschaft. "Auch in Deutschland brauchen wir die Offenheit für Neues und den festen, selbstbewussten Glauben daran, ein Ziel aus eigener Kraft erreichen zu können", so Merz.
Die Sternsinger-Aktion, bei der rund um den Jahreswechsel bundesweit Zehntausende Kinder und Jugendliche von Tür zu Tür gehen, gilt als die weltweit größte Hilfsaktion von Kindern für Kinder. Seit dem Start im Jahr 1959 kamen so nach Angaben der Organisatoren 1,4 Milliarden Euro zusammen – für Sozialprojekte in Afrika, Lateinamerika, Asien, Ozeanien und Osteuropa. Hinter der Aktion stehen das Kindermissionswerk "Die Sternsinger" und die katholischen Jugendverbände in Deutschland.
Nach Angaben des Kindermissionswerks ist es das erste Mal, dass ein Bundeskanzler nicht an dem Empfang teilnimmt. Seit 1984 werden die Sternsinger alljährlich zu Jahresbeginn im Bundeskanzleramt empfangen. (mal/KNA)
5.1., 12:30 Uhr: Meldung nach Merz-Absage aktualisiert.
