Heilig-Jahr-Beauftragter Fisichella: Haben Erwartungen übertroffen
Der vatikanische Verantwortliche für das Heilige Jahr, Erzbischof Rino Fisichella, hat eine positive Bilanz des Heiligen Jahres gezogen. "Die Studie, die uns vor Beginn des Jubiläums vorgelegt wurde, sprach von 30,5 Millionen: Was die Zahlen angeht, haben wir die Erwartungen weit übertroffen, und wenn man das Jubiläum nur anhand der Zahlen beurteilt, war es sicherlich ein großer Erfolg", sagte der Pro-Präfekt des Dikasteriums für die Evangelisierung der italienischen Tageszeitung "La Repubblica" (Dienstag). Am Dienstag hat Papst Leo XIV. die Heilige Pforte im Petersdom geschlossen. Damit ist das Jubiläumsjahr unter dem Motto "Pilger der Hoffnung" offiziell beendet. Laut Vatikan-Angaben kamen insgesamt über 33 Millionen Pilger nach Rom.
Dass es im Rahmen des Heiligen Jahres sowohl eine Pilgerfahrt von queeren Gläubigen als auch eine von traditionalistischen Katholiken gab, sei ein Zeichen, "dass die Kirche niemanden ausschließt", so Fisichella. Der Weg zur Heiligen Pforte sei das Symbol für die Begegnung mit Christus, die niemandem verwehrt werden könne. "Und sie zeigen die Vielfalt innerhalb der großen katholischen Welt, nicht eine flache Uniformität ist, die alle gleich macht, sondern die Schönheit der Kreativität, die dazu führt, dass jeder, der es wünscht, der Botschaft des Evangeliums begegnen kann."
Rom habe sich als gastfreundliche und sichere Stadt präsentiert
Angesprochen auf das Murren zahlreicher Römer angesichts der Pilgermassen räumte Fisichella ein: "Auch ich hatte manchmal das gleiche Gefühl angesichts des Pilgerandrangs." Das Jubiläumsjahr habe aber auch 1,2 Millionen Jugendliche nach Rom gebracht, "die eine Erinnerung an Freude, Festlichkeit und Begeisterung hinterlassen haben, die wahrscheinlich auch wir Römer gebraucht haben."
Fisichella hob außerdem die Fähigkeit der Stadt Rom hervor, solche Großereignisse zu bewältigen. "Sie hat sich in den Augen der ganzen Welt als gastfreundliche und sichere Stadt erwiesen", betonte der Geistliche. Die Erneuerung der Busflotte oder die Sanierung der Notaufnahmen seien Ergebnisse des Heiligen Jahres, die den Bewohnerinnen und Bewohnern der Stadt auch langfristig erhalten blieben. (cbr)
