Katholische US-Gruppe will Chef der ICE-Behörde auszeichnen
Der Direktor der US-Einwanderungs- und Zollbehörde ICE, Tom Homan, soll von der katholischen Interessenorganisation "Catholics for Catholics" für seine Arbeit ausgezeichnet werden. Bei der Verleihung am 22. Januar will unter anderem der frühere Bischof des texanischen Bistums Tyler, Joseph Strickland, dem sogenannten "Grenz-Zar" der Trump-Regierung einen "besonderen Segen" erteilen. Das teilte die Organisation am Dienstag mit.
Strickland hatte 2023 unter Papst Franziskus sein Amt als Bischof der Diözese Tyler verloren. Er hatte den damaligen Papst wiederholt öffentlich kritisiert, unter anderem wegen dessen wertschätzender Äußerungen gegenüber Homosexuellen. Seither tritt Strickland regelmäßig in papstkritischen Medien auf und äußert sich in sozialen Netzwerken zu kirchlichen und kirchenpolitischen Themen.
Kritik an Bischöfen
Homan hatte zuletzt Kritik der US-Bischofskonferenz an der Migrationspolitik der Trump-Regierung zurückgewiesen. Die Bischöfe hatten sich bei ihrer Vollversammlung im November in Baltimore nahezu einstimmig gegen die Migrationspolitik von Präsident Trump gestellt. Man lehne die wahllose Massenabschiebung von Menschen ab, hieß es in der Erklärung. Die dort geäußerten Einwände bezeichnete Homan jedoch als "falsch". Zugleich forderte er die Bischöfe auf, sich stärker mit innerkirchlichen Problemen zu befassen.
"Catholics for Catholics" wurde 2022 gegründet und gilt als Trump-nah. Zu ihren Beratern zählt unter anderem der frühere Nationale Sicherheitsberater von Präsident Donald Trump, Michael Flynn, der dieses Amt während Trumps erster Amtszeit kurzzeitig innehatte. (mtr)
