Illegale Bischofsweihen angekündigt

Vatikan will Brüche mit traditionalistischen Piusbrüdern vermeiden

Veröffentlicht am 03.02.2026 um 14:48 Uhr – Lesedauer: 

Vatikanstadt ‐ Die traditionalistischen Piusbrüder wollen ihren Fortbestand sichern und neue Bischöfe weihen – trotz eines Verbots aus dem Vatikan. Dieser warnt die Gemeinschaft vor einem Alleingang.

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Der Vatikan möchte einen Alleingang der traditionalistischen Piusbrüder verhindern und stattdessen an einer gemeinsamen Lösung arbeiten. Nach der Ankündigung neuer Bischofsweihen durch die Priesterbruderschaft sagte Vatikansprecher Matteo Bruni der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) am Dienstag: "Die Kontakte zwischen der Bruderschaft St. Pius X. und dem Heiligen Stuhl werden fortgesetzt, mit dem Ziel, Brüche oder einseitige Lösungen in Bezug auf die aufgetretenen Probleme zu vermeiden."

Der Generalobere der Gemeinschaft, Davide Pagliarani, hatte am Montag die Weihe von neuen Bischöfen am 1. Juli angekündigt. Dieser Schritt könnte die Gräben zwischen der Bruderschaft und dem Vatikan wieder vertiefen. Die Gemeinschaft lehnt die Reformen des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962–1965) ab. Ihr Gründer, der 1988 exkommunizierte und somit aus der kirchlichen Gemeinschaft ausgeschlossene französische Erzbischof Marcel Lefebvre (1905–1991), hatte 1976 gegen ein päpstliches Verbot Priester geweiht und damit die Priesterbruderschaft St. Pius X. innerkirchlich isoliert. (KNA)