Standpunkt

Synodaler Weg: Monitoring ist nicht böse

Veröffentlicht am 04.03.2026 um 00:01 Uhr – Von Juliane Eckstein – Lesedauer: 

Bonn ‐ Das "Monitoring" war bei der Abschlusssitzung des Synodalen Wegs ein Aufreger. Juliane Eckstein kann die Vorbehalte dagegen nicht nachvollziehen und ermutigt dazu, es als synodalen Lernort zu verstehen.

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Von Anfang an sah die Satzung des Synodalen Wegs eine Evaluation der Beschlussumsetzung vor (Art. 13). Vor diesem Hintergrund hatte ich bei der letzten Versammlung erwartet, dass der Punkt "Monitoring" recht schnell abgehandelt sein würde. Wie hatte ich mich getäuscht! Seitdem erstaunt mich der negative Umgang mit diesem Instrumentarium immer wieder.

Schließlich handelt es sich im Grunde um einen ganz normalen Vorgang. Im Alltag erlebt man ihn vieltausendfach: Ist die Mail schon raus? Sind alle Fenster geschlossen? Haben Sie an die Blumen gedacht? Jeder Ratgeber arbeitet mit Checklisten. Insofern ist es selbstverständlich, dass auch ein gemeinsamer Beratungsprozess mit einer Checkliste endet. Dahinter steht eine grundlegende Einsicht in die conditio humana: Menschen sind oftmals guten Willens, lassen sich aber schnell ablenken. Die gegenseitige Erinnerung hilft, an den wichtigen Fragen dranzubleiben.

Damit das Monitoring allerdings segensreich wirken kann, braucht es (mit Ignatius von Loyola) "liebende Aufmerksamkeit". Insofern hat mich die Schärfe erstaunt, mit der die Umsetzungsergebnisse beurteilt wurden. Ja, vier Diözesen hatten sich an der Auswertung nicht beteiligt. Ja, auf die Fragen, die die Weltkirche betreffen, gab es keine Antwort. Das war aber zu erwarten. Sobald man das in den Blick nimmt, was wirklich im Kompetenzbereich der Diözesen liegt, zeigt sich erstaunlich viel Bewegung.

In den letzten Jahren sind viele Prozesse gleichzeitig gelaufen. Dass diese sorgsam miteinander verzahnt werden, halte ich für sinnvoll. Dass so mancher Beschluss einen erhöhten Kommunikationsaufwand erfordert, kann ich mir bildlich vorstellen. Personalmangel, hohe Krankheitsstände und gelegentliche Elternzeiten führen auch in anderen Bereichen zum Verzug. Auch diözesane Mitarbeiter sind nur Menschen, und so halte ich eine verzögerte Umsetzung nicht für tragisch. Die Ziele dürfen nur nicht gänzlich aus dem Blick geraten. Genau deswegen braucht es ein weiteres Monitoring.

Mit großem Interesse habe ich gelesen, wie die Beschlüsse des Synodalen Wegs in den verschiedenen Diözesen konkret umgesetzt worden sind. Die Rückmeldungen ergaben ein buntes Tableau unterschiedlicher Lösungsansätze, das als Inspiration und Ausgangspunkt für den weiteren Austausch dienen kann. Insofern sollte das Monitoring unbedingt beibehalten und zum synodalen Lernort weiterentwickelt werden.

Von Juliane Eckstein

Die Autorin

Dr. Juliane Eckstein ist Vertretungsprofessorin für Katholische Theologie/Religionspädagogik an der Pädagogischen Hochschule Freiburg mit dem Schwerpunkt Biblische Theologie und ihre Didaktik.

Hinweis

Der Standpunkt spiegelt ausschließlich die Meinung der jeweiligen Autorin bzw. des Autors wider.