In neuem Buch

Kardinal Sarah kritisiert Kurs der westlichen Kirche

Veröffentlicht am 05.03.2026 um 11:12 Uhr – Lesedauer: 

Paris ‐ Relativismus und Spaltungen: In einem neuen Buch rechnet der frühere Kurienkardinal Robert Sarah mit Entwicklungen in der westlichen Kirche ab – und kritisiert auch den deutschen Synodalen Weg.

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In einem neu veröffentlichten Buch übt der frühere Kurienkardinal Robert Sarah (80) scharfe Kritik an der Entwicklung der westlichen Kirche. Diese sei von Relativismus und Spaltungen geprägt, schreibt er. Als Beispiele nennt er das 2023 veröffentlichte vatikanische Segensdokument "Fiducia Supplicans", das Segnungen Homosexueller außerhalb der Liturgie erlaubt. Auch den deutschen Synodalen Weg zählt er dazu.

Zugleich warnt Sarah vor einem "stillen und schleichenden Atheismus", den er für gefährlicher hält als offenen Atheismus. Dieser zersetze den Glauben der Christen von innen: "Man sagt, man glaube, aber man lebt, als ob Gott nicht existiere", so Sarah. Das Interviewbuch mit dem französischen Journalisten Nicolas Diat trägt den Titel "2050". Der Titel spielt auf das nächste ordentliche Jubiläumsjahr der katholischen Kirche an.

Sarah stand von 2014 bis 2021 an der Spitze des vatikanischen Gottesdienstdikasteriums. Während seiner Amtszeit kam es aufgrund unterschiedlicher liturgischer Vorstellungen zu Spannungen mit Papst Franziskus, der am Ostermontag des vergangenen Jahres starb. Sarah betonte jedoch stets, kein Gegner des Papstes zu sein. Auch nach seiner Emeritierung äußert er sich regelmäßig zu Fragen der kirchlichen Entwicklung und gilt weiterhin als Kritiker kirchlicher Reformen. (KNA)