Neue Formen der Diskriminierung

Vatikan warnt vor Gewalt gegen Christen

Veröffentlicht am 06.03.2026 um 15:26 Uhr – Lesedauer: 

Genf ‐ Verfolgung, Gewalt und Diskriminierung wegen des Glaubens: Bei einer Konferenz des UN-Menschenrechtsrats in Genf hat ein Beauftragter des Vatikans davor gewarnt. Auch in Europa erkenne er neue Formen der Diskriminierung.

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Der Vatikan hat auf das weltweite Ausmaß von Gewalt und Diskriminierung gegen Christen hingewiesen. Nach Angaben von Erzbischof Ettore Balestrero, dem ständigen Beobachter des Heiligen Stuhls bei den Vereinten Nationen, sind rund 400 Millionen Christen von Verfolgung oder Gewalt betroffen – etwa jeder siebte weltweit. Allein im Jahr 2025 seien fast 5.000 Menschen wegen ihres Glaubens getötet worden, sagte er am Mittwoch bei einer Konferenz des UN-Menschenrechtsrates in Genf.

Religionsfreiheit werde in vielen Ländern noch immer eher als Privileg denn als grundlegendes Menschenrecht behandelt, sagte Balestrero. Staaten seien verpflichtet, dieses Recht zu respektieren und Gläubige vor Angriffen zu schützen. Zugleich warnte der Vatikan-Diplomat vor einer "höflichen Verfolgung" in Europa, etwa durch rechtliche Beschränkungen oder Diskriminierung im Bildungs- und Berufsleben. Ebenso erinnerte er an konkrete Bedrohungen durch Gesetzesinitiativen wie etwa in Frankreich, wo christliche Krankenhäuser und Pflegeheime bei Einführung eines neuen Rechts auf Euthanasie gezwungen würden, Praktiken anzuwenden, die gegen ihre religiösen Grundsätze verstoßen.

Auch andere Teilnehmer der Debatte berichteten von zunehmender Diskriminierung. Die UN-Sonderberichterstatterin für Religionsfreiheit, Nazila Ghanea, betonte, Angriffe auf Christen müssten als Angriffe auf die Menschenrechte verstanden werden. "Christen stehen nicht allein und sollten nicht alleine gelassen werden", sagte Ghanea. Vertreter von Beobachtungsstellen und Hilfsorganisationen verwiesen zudem auf eine steigende Zahl antichristlicher Vorfälle und auf Programme zur Unterstützung betroffener Gemeinden. (KNA)