Studium von drei Semestern

Polnische Bischöfe richten Exorzismus-Ausbildung ein

Veröffentlicht am 13.03.2026 um 11:19 Uhr – Lesedauer: 

Warschau ‐ Priester in Polen können künftig in Warschau Exorzismus studieren: In drei Semestern sollen theologische und psychologische Grundlagen des "Befreiungsdienstes" vermittelt werden, hat die Bischofskonferenz beschlossen.

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Die polnischen Bischöfe wollen Exorzisten künftig im eigenen Land ausbilden. Die Katholische Akademie in Warschau soll laut einem Beschluss der Polnischen Bischofskonferenz ein "Studium zur Vorbereitung auf den Dienst der geistlichen Befreiung" einrichten, teilte die Bischofskonferenz am Donnerstag mit. Das Studienprogramm solle bereits im kommenden akademischen Jahr die Arbeit aufnehmen.

Der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Erzbischof Tadeusz Wojda, erläuterte als Hintergrund der Entscheidung "die Notwendigkeit der spirituellen Begleitung von Menschen, die sich in einer Identitätskrise des Glaubens und des Unglaubens befinden". Geplant ist ein dreisemestriges Studium, das aus Vorlesungen und praktischen Workshops zu Themen aus den Bereichen Theologie, Philosophie, Kirchenrecht, Psychologie und Psychiatrie besteht. Teilnehmen können ausschließlich Priester, die von ihrem Ordinarius dazu empfohlen werden. "Es ist äußerst wichtig, dass diese Personen sich nicht nur auf ihre persönlichen Erfahrungen oder ihre Ausbildung im Seminar stützen, sondern eine konkrete akademische Ausbildung erhalten", so Wojda weiter.

Exorzistenverband bietet Ausbildung in Rom an

Unter einem Exorzismus versteht die katholische Kirche laut Katechismus ein öffentliches und autoritatives Gebet im Namen Jesu Christi darum, dass "eine Person oder ein Gegenstand vor der Macht des bösen Feindes beschützt und seiner Herrschaft entrissen wird": "Der Exorzismus dient dazu, Dämonen auszutreiben oder vom Einfluss von Dämonen zu befreien und zwar kraft der geistigen Autorität, die Jesus seiner Kirche anvertraut hat", so der Katechismus weiter. Der feierliche oder große Exorzismus darf nur von einem Priester mit ausdrücklicher Erlaubnis des Bischofs für den Einzelfall und ausschließlich nach den dazu von der Kirche festgelegten Regeln vollzogen werden. Diese Erlaubnis darf gemäß Kirchenrecht nur Priestern erteilt werden, die sich durch "Frömmigkeit, Wissen, Klugheit und untadeligen Lebenswandel" auszeichnen. Der Ablauf eines Exorzismus ist im "Rituale Romanum" unter dem Titel "De exorcismis et supplicationibus quibusdam" ("Exorzismen und bestimmte flehentliche Bitten") geregelt.

Die Ausbildung von Exorzisten ist nicht verbindlich geregelt. Seit 2005 bietet das Institut "Sacerdos" des Päpstlichen Athenaeums Regina Apostolorum in Rom eine Fortbildung für Exorzisten an. Der Kurs wird in Kooperation mit der Internationalen Vereinigung der Exorzisten (AIE) angeboten, einem Berufsverband, dem etwa 900 Exorzisten weltweit angehören. Der Verband organisiert auch außerhalb Roms Fortbildungen, unter anderem in Südamerika und Spanien. Anlässlich der AIE-Tagung im vergangenen Jahr würdigte Papst Leo XIV. den "heiklen und überaus notwendigen Dienst des Exorzisten". Er ermutigte die Teilnehmenden der Tagung, "dieses Amt sowohl als Amt der Befreiung als auch des Trostes zu leben und die vom Bösen wirklich Besessenen mit Gebet und der Anrufung der wirksamen Gegenwart Christi zu begleiten, damit der Herr durch das Sakrament des Exorzismus den Sieg über Satan gewährt". (fxn)