NRW-Politiker Liminski: Kirche muss sich einmischen in Politik
Der Chef der NRW-Staatskanzlei, Nathanael Liminski (CDU), wünscht sich eine aktivere Rolle der Kirchen in Politik und Gesellschaft. "Deshalb kann ich mit der Aussage meiner Parteifreundin Julia Klöckner, den Kirchen zu sagen 'Jetzt seid mal nicht so politisch' ehrlicherweise überhaupt nichts anfangen", sagte er am Freitagabend in Münster bei der Jahrestagung der Gesellschaft Katholischer Publizistinnen und Publizisten Deutschlands (GKP).
Ganz im Gegenteil wünsche er sich, so Liminski weiter, dass sich die Kirchen bei ihren zentralen Themen "mit voller Wucht und Klarheit" in den öffentlichen Diskurs einmischen: "Das wäre ein Mehrwert für alle. Und dabei denke ich nicht nur an den Lebensschutz." Kirche habe von ihrer Botschaft her zu deutlich mehr Themen etwas zu sagen.
Für viele nicht mehr relevant
Als Katholik und als Minister sehe er "mit größter Sorge", dass die Kirchen immer mehr Menschen "schlicht egal werden", fügte der CDU-Politiker hinzu. In vielen großen politischen und gesellschaftlichen Debatten der letzten Jahre sei die Stimme der Kirchen für die Mehrheit der Politiker und anderer Entscheider in der Gesellschaft nicht wirklich relevant gewesen.
Er halte es aber für wichtig und hilfreich, wenn sich die Kirchen zu Wort melden, um Orientierung zu stiften und an wichtige ethische Maßstäbe zu erinnern, "an denen man kaum vorbeikommt oder an denen an sich zumindest irgendwie reiben muss, selbst wenn man anderer Meinung ist - doch das kommt leider nur noch selten vor".
Mit ihren rund 550 Mitgliedern versteht sich die 1948 gegründete GKP als Netzwerk christlicher Menschen, die in allen Bereichen weltlicher und kirchlicher Medien arbeiten. Bei der Jahrestagung von Donnerstag bis Samstag stand diesmal das Thema "Journalismus und Wissenschaft" im Mittelpunkt. (KNA)
