Personalwechsel in der Römischen Kurie

Scheidende "Nummer drei" im Vatikan: Neue Aufgaben keine Strafe

Veröffentlicht am 02.04.2026 um 11:42 Uhr – Lesedauer: 

Rom ‐ Als Substitut im vatikanischen Staatssekretariat trug er große Verantwortung. Nun übernimmt Erzbischof Edgar Peña Parra eine neue Aufgabe – und erklärt, warum kirchliche Ämter nicht politisch zu verstehen sind.

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Neue vom Papst aufgebürdete Aufgaben sieht die bisherige "Nummer drei" im Vatikan, Erzbischof Edgar Peña Parra, nicht als Belohnung oder Bestrafung. Peña Parra, seit 2018 als Substitut Leiter der Abteilung für allgemeine Angelegenheiten, sagte in einem Interview mit dem spanischen Magazin "Vida Nueva" von Mittwoch: "Es ist wichtig, eine rein menschliche oder gar politische Interpretation der verschiedenen Ämter, die Priester und Bischöfe innehaben können, zu vermeiden." Stattdessen seien es Dienste, die man bereitwillig annehme und ausführe. 

Der Papst hatte Anfang der Woche einen Personalwechsel vorgenommen und Peña Parra zum Botschafter in Italien und in San Marino ernannt. Den Posten hatte bislang der kanadisch-kroatische Erzbischof Petar Raijč inne, der Präfekt des Päpstlichen Hauses wird. Gleichzeitig wurde der Vatikandiplomat Paolo Rudelli zum neuen Substituten im Staatssekretariat ernannt. Der Substitut gilt nach dem Kardinalstaatssekretär als die "Nummer drei" in der Vatikan-Hierarchie. 

Londoner Prozess 

Doch nicht immer lief alles glatt: Seit Amtsantritt im Staatssekretariat im Oktober 2018 habe es "viele Schwierigkeiten und Herausforderungen" gegeben, erklärte der Vatikan-Diplomat. Daraus habe er gelernt, sich nicht entmutigen zu lassen: "Je größer die Prüfungen, desto größer der Antrieb, durchzuhalten". Zu solchen Schwierigkeiten gehörte unter anderem der Skandal um die Immobilieninvestition des Vatikans in London, die unter seinem Vorgänger, Kardinal Angelo Becciu, zu millionenschweren Verlusten geführt hatten.  

Laut Peña Parra war dies "zweifellos ein komplexes und besonders schwieriges Verfahren, sowohl aufgrund seines Umfangs als auch seiner Auswirkungen". Zum Fall selbst unterstrich der Diplomat, dass sowohl in dem im Vatikan durchgeführten Verfahren als auch in den späteren Instanzen im Vereinigten Königreich anerkannt wurde, dass der Heilige Stuhl "Opfer und nicht Komplize war", so der Erzbischof weiter. Dieser Fall habe den Heiligen Stuhl und insbesondere das Staatssekretariat medial und juristisch exponiert. 

Reform-Umsetzungen nicht immer einheitlich 

Zu Papst Franziskus (2013–2025) sagte die scheidende "Nummer drei", er habe einen umfassenden und bedeutenden Reformprozess in der Kirche angestoßen – vor allem mit Blick auf die Reform der Römischen Kurie. Wie bei jedem Reformprozess verlaufe die Umsetzung jedoch nicht immer einheitlich oder unmittelbar. In manchen Bereichen würden Veränderungen stetig voranschreiten und Ergebnisse zeigen, bei anderen wiederrum bedarf es Anpassungen und Weiterentwicklungen, so Peña Parra.  

Darin sehe er keinen Widerstand im engeren Sinne: "Es stimmt, dass Schwierigkeiten oder sogar kritische Anmerkungen auftreten können, doch ich würde sie nicht als grundsätzliche Opposition gegen die Reform interpretieren. Vielmehr handelt es sich in vielen Fällen um den Versuch sicherzustellen, dass die Veränderungen angemessen, wirksam und in Treue zu ihrem ursprünglichen Ziel umgesetzt werden." (mtr)