Bischof Barron – Trumps irrlichterndes klerikales Schoßhündchen
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Benedikt XVI. (2005-2013) warnte vor Pathologien der Religion, wo diese sich von der Vernunft trenne, in Willkür, Fanatismus und Irrationalität abgleite und damit nicht nur den Glauben verzerre und krank mache, sondern auch den Frieden der Gesellschaft gefährde. Eine Sumpfblüte solcher Pathologie trieb letzten Mittwoch im Weißen Haus durch. Ein Empfang zum Osterfest pervertierte die traditionellen christlichen Bezüge in der US-Politik durch eine Apotheose Donald Trumps. Bei Hofe geschätzte Prediger überhöhten seinen Werdegang durch Bibelmotive, kulminierend in einem Vergleich zu Jesu Passion und Sieg über den Tod. Der narzisstisch in sich verkrümmte, Menschenwürde und Demokratie angreifende, kriegführende Dauerlügner, der religiös bei mir eher Furcht vor dem "Vater der Lüge" (Joh 8,44) weckt, wurde zum von Gott Berufenen stilisiert. Eine geradezu "blasphemische Parodie der Karwoche" (Massimo Faggioli).
Mittendrin in diesem Schmierentheater nationalistisch-christianistischer Ideologie: Bischof Robert Barron, das katholische Feigenblatt eines Trumpismus, als dessen Widerpart sich Leo XIV. immer offener positioniert. Ausgerechnet diesen Bischof ehrte die Josef-Pieper-Stiftung im Juli 2025 mit dem nach dem Münsteraner Philosophen benannten Preis. Laudator Bischof Stefan Oster pries Barron als umfassend gebildet, politisch "sehr gut informiert", den "ganzen Christus" verkündigend sowie als Prediger, der zu "entzünden" vermag. Aber würde ein derart brillant geistig ausgestatteter Christuszeuge zum klerikalen Schoßhündchen eines Putin bewundernden Möchtegern-Autokraten, der die Welt anzündet?
In der Heimatgemeinde meiner Jugend galt es als progressiv, den priesterlichen Einschub im Vaterunser: "Erlöse uns, Herr, von allem Bösen ..." wegzulassen und Ökumene-freundlich direkt mit dem Lobpreis: "Denn dein ist das Reich ..." fortzufahren. Als Konservativer verteidigte ich dagegen die liturgische Regel, auch weil sonst die anthropologische Warnung entfiel: "Und bewahre uns vor Verwirrung und Sünde". Das heutige Ausmaß an Verwirrung übertrifft meine damalige Sorge bei weitem. Und dass "Konservative" sich als Irrlichter nun besonders hervortun, gegen die Intentionen des Papstes, ist eine späte, bittere Lektion meiner Glaubensbiografie.
Der Autor
Andreas Püttmann ist Politikwissenschaftler und freier Publizist in Bonn.Hinweis
Der Standpunkt spiegelt ausschließlich die Meinung der jeweiligen Autorin bzw. des Autors wider.
