Kabarettist Wolfgang Krebs rät: Den Kirchen mehr zuhören
Wolfgang Krebs (59), bayerischer Kabarettist, hat angesichts der durch Social Media vorangetriebenen Polarisierung der Gesellschaft eine Empfehlung parat: "Ich glaube, dass wir, gerade in Bayern, den Kirchen wieder mehr zuhören müssten", sagte der Bühnenkünstler der "Süddeutschen Zeitung". "Die hätten das Gegenmodell, wenn sie nicht nur mit Missbrauch beschäftigt wären. Die Kirchen könnten die moralische Instanz sein, um das Miteinander wieder zu stärken."
Krebs ist vor allem für seine parodistischen Imitationen amtierender oder ehemaliger bayerischer Ministerpräsidenten bekannt. Aus der katholischen Kirche trat der einstige Ministrant Mitte der 1990er Jahre aus, nachdem seine erste Ehe gescheitert war und er erneut geheiratet hatte. "Ich wollte mich befreien, weil ich mich ja nach den Regeln der Kirche schuldig gemacht hatte."
"Glaube an Gott ist meine Zuversicht"
Nach der Annullierung seiner ersten Ehe entschloss er sich 2022 zum Wiedereintritt. Es sei so, dass er einfach an Gott glaube, "da kann passieren, was will, das ist einfach meine Zuversicht und das führt mich durch alle Schwierigkeiten".
Kritische Worte richtete der Kabarettist an die Adresse der Regierungspartei: "Die CSU ist auf dem Weg, den Status Volkspartei zu verlieren." Der Nimbus, dass es die Partei schon irgendwie richten werde, sei "komplett weg". Die Politik gehe an den Sorgen und Nöten der normalen Bayern vorbei.
Krebs sagte, bei jeder Abendvorstellung rufe er dazu auf, miteinander zu reden, "auch wenn wir nicht einer Meinung sind". Die Politik müsse versuchen, "die Grenzen und Gräben zu überwinden". Mit einer guten Politik könnten auch AfD-Wähler zurückgeholt und ihnen eine Brücke gebaut werden. Dazu dürften sie weder in eine Ecke gestellt noch verteufelt werden. (KNA)
