Immer mehr Solidaritätsbekundungen für Pontifex

Trump löscht Jesus-Foto – lehnt Entschuldigung bei Papst Leo ab

Veröffentlicht am 14.04.2026 um 12:43 Uhr – Lesedauer: 

Washington ‐ Ein Trump als verhinderter Jesus und ein unbeugsamer Papst – der Disput zwischen Washington und dem Vatikan um den Iran-Krieg hält an. Verständnis für Leo XIV. zeigt die US-Regierung nicht. Im Gegenteil.

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ie Spannungen zwischen der US-Regierung und dem Vatikan weiter. US-Vizepräsident JD Vance verteidigte die verbalen Attacken Trumps gegen Leo XIV. Vance sagte "Fox News" (Montag Ortszeit), der Vatikan solle sich auf Fragen der Moral und der Kirche konzentrieren statt auf politische Debatten. Trump wiederum müsse die Interessen der Vereinigten Staaten im Blick haben. Zugleich erklärte Vance: "Wir können den Papst respektieren, wir haben sicherlich ein gutes Verhältnis zum Vatikan." Meinungsverschiedenheiten zwischen der US-Regierung und dem Vatikan, etwa zu Fragen der Migration, habe es immer wieder gegeben – "ich denke nicht, dass dies besonders bemerkenswert ist", so der 2019 selbst zum Katholizismus konvertierte Vizepräsident.

"Bizarres Bild"

Aus der katholischen Kirche kommen unterdessen immer mehr Solidaritätsbekundungen für ihr Oberhaupt und Kritik an Trump. Der britische Kardinal Timothy Radcliffe nannte das Jesus-KI-Bild Trumps und die Erklärung dazu bizarr. "Ich habe viele Ärzte in meinem Leben getroffen. Aber keiner war so umstrahlt." Mehrere lateinamerikanische Bischofskonferenzen veröffentlichten Solidaritätsbotschaften für das Kirchenoberhaupt. "Wir haben einen konsequenten Anführer, der uns einen Weg ohne Umkehr aufzeigt: den Frieden stets und unter allen Umständen zu fördern", schrieb der chilenische Kardinal Fernando Chomalí im Kurznachrichtendienst "X".

Der peruanische Kardinal Carlos Castillo erklärte: "Wir bekunden unsere Unterstützung angesichts der Äußerungen eines Staatsoberhauptes, das versucht hat, einen Papst zu diskreditieren, der seine Mission erfüllt, die Mission Jesu." Die brasilianische Bischofskonferenz schrieb in einer Stellungnahme, die geistliche und moralische Autorität des Papstes orientiere sich nicht an der Logik der politischen Konfrontation, sondern an der Treue zum Evangelium, "das sich unablässig für den Frieden, die Menschenwürde und den Dialog zwischen den Völkern einsetzt".

Oster: Erschreckende Äußerungen

Der Passauer Bischof Stefan Oster nannte Trumps Verbalattacken gegen Leo XIV. erschreckend und stellte die Mitgliedschaft des US-amerikanischen Bischofs Robert Barron in Trumps Kommission für Religionsfreiheit in Frage. Die Mitgliedschaft nutze der Bischof von Winona-Rochester in Minnesota zwar, um das Evangelium und die katholische Soziallehre zu verkünden, schrieb Oster am Montag in sozialen Medien. "Ob das allerdings nach den jüngsten Ausfällen Trumps und den veröffentlichten Ereignissen der Kommission noch in einer neutralen Weise möglich ist, ohne dadurch kompromittiert zu werden, wage ich zu bezweifeln."

Am Wochenende hatte Trump den Papst auf "Truth Social" unter anderem als "schwach" gegenüber Kriminalität und eine "Katastrophe" in der Außenpolitik bezeichnet, nachdem das Kirchenoberhaupt den Angriff der USA und Israels auf den Iran als "wahrlich inakzeptabel" verurteilt hatte. Leo XIV. selbst kommentierte die Äußerungen Trumps am Montag mit den Worten: "Ich fürchte weder die Trump-Regierung noch das offene Aussprechen der Botschaft des Evangeliums." Er sei kein Politiker und wolle sich nicht auf eine Debatte mit Trump einlassen. "Aber wir glauben als Friedensstifter an die Botschaft des Evangeliums." (tmg/KNA)