Nach Kritik an Trump

Oster: Bischof Barron kein "MAGA"-Anhänger

Veröffentlicht am 14.04.2026 um 09:44 Uhr – Lesedauer: 

Passau ‐ Mit seiner Tirade gegen Papst Leo hat US-Präsident Trump den Bogen bei vielen Katholiken überspannt. Der Passauer Bischof Stefan Oster begrüßt, dass auch der Trump-nahe Bischof Barron eine Entschuldigung fordert.

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Der Passauer Bischof Stefan Oster hält Bischof Robert Barron nicht für einen Anhänger von Donald Trumps "MAGA"-Bewegung. Auf seinen Social-Media-Kanälen begrüßte Oster die Distanzierung Barrons vom US-Präsidenten, nachdem dieser den Papst angegriffen und ein Bild veröffentlicht hatte, das Trump in Jesus-Pose zeigt. "Nachdem sich Donald Trump nun in einer für mich erschreckenden Weise über Papst Leo geäußert hat, ist auch Bischof Barron deutlich auf Distanz zum US-Präsidenten gegangen – und hat von ihm eine Entschuldigung gegenüber Papst Leo gefordert", erläutert Oster. "Ich selbst bin über Trump nur mehr fassungslos und halte ihn tatsächlich schon seit seiner ersten Präsidentschaft für gefährlich – in vielerlei Hinsicht. Daher bin ich auch für diese Distanzierung Barrons sehr dankbar."

Oster verteidigte in seinem Posting Barrons Mitgliedschaft in der von Trump eingesetzten Kommission für Religionsfreiheit. Die Mitgliedschaft in der Kommission nutzte er ausdrücklich, "um das Evangelium und die katholische Soziallehre zu verkünden". "Ob das allerdings nach den jüngsten Ausfällen Trumps und den veröffentlichten Ereignissen der Kommission noch in einer neutralen Weise möglich ist, ohne dadurch kompromittiert zu werden, wage ich zu bezweifeln", ergänzte der Passauer Bischof.

Bischof Robert Barron spricht bei einer Konferenz
Bild: ©picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Kirsty Wigglesworth (Archivbild)

Bischof Robert Barron wurde von Präsident Trump in seine Religionsfreiheitskommission berufen.

Trump hatte am Sonntag auf seinem Netzwerk "Truth Social" ein Schmäh-Posting gegen Papst Leo XIV. abgesetzt, in dem er den Papst unter anderem als "schwach im Umgang mit Kriminalität und eine Katastrophe in der Außenpolitik" bezeichnet hatte. Papst Leo XIV. wies die Kritik vor Journalisten zurück: "Ich fürchte weder die Trump-Regierung noch das offene Aussprechen der Botschaft des Evangeliums.", sagte er auf dem Flug zu seinem Algerien-Besuch am Montag. Er sei kein Politiker und wolle sich nicht auf eine Debatte mit Trump einlassen. "Aber wir glauben als Friedensstifter an die Botschaft des Evangeliums."

Kritik und Würdigung Trumps durch Barron

Barron hatte Trumps Ausfälle am Montag als "völlig unangemessen und respektlos" bezeichnet und eine Entschuldigung gefordert. Barron empfehle den "ernsthaften Katholiken" in Trumps Regierung, in einem Dialog mit Vatikan-Vertretern zu treten. Das sei gegenüber Äußerungen auf Social Media deutlich vorzuziehen. Als "ernsthafte Katholiken" nannte Barron den Außenminister Marco Rubio, Vizepräsident J. D. Vance und den Botschafter beim Heiligen Stuhl, Brian Burch. Vance hatte am Montag dem Papst in einer Reaktion auf die Proteste gegen Trumps Äußerungen empfohlen, sich nicht zur US-Politik zu äußern: "Beschränken Sie sich auf Themen, die das Geschehen in der katholischen Kirche betreffen", sagte der Vizepräsident im Fernsehsender Fox News.

Neben seiner Kritik würdigte Barron in seinem Statement Trump. Er sei sehr dankbar für die vielen Wege, auf denen die Trump-Regierung auf Katholiken und andere gläubige Menschen zugegangen ist. Es sei eine große Ehre für ihn gewesen, in der Religionsfreiheitskommission zu dienen. "Kein Präsident zu meinen Lebzeiten hat sich mehr für die Verteidigung unserer ersten Freiheit eingesetzt", so der Bischof.

Trump lässt sich mit Jesus vergleichen

Ergänzend zu seiner Tirade gegen den Papst veröffentlichte Trump ein Bild, das ihn in einer Jesus-Pose zeigt, wie er einen Kranken heilt. Trump selbst dementierte, dass er sich mit dem Bild mit Jesus verglichen habe. Das Bild, das ihn in wallenden weißen Gewändern mit einem roten Schulterüberwurf und leuchtenden Händen zeigt, solle ihn "als Arzt darstellen, der die Leute heilt, und ich heile Leute". Mittlerweile wurde das Bild gelöscht.

Anfang April hatte die evangelikale Predigerin und Trump-Beraterin Paula White-Cain den Präsidenten mit Jesus verglichen. "Sie wurden verraten, verhaftet und zu Unrecht angeklagt", sagte sie in Gegenwart Barrons, der gegen den Vergleich nicht protestierte. "Das ist ein bekanntes Muster, das uns unser Herr und Erlöser gezeigt hat. Dank seiner Auferstehung sind Sie aufgestiegen."

Barron ist seit 2022 Bischof von Winona-Rochester in Minnesota. Er gründete die Evangelisierungsinitiative "Word on Fire". Barrons Nähe zur Regierung von Donald Trump und seinen Anhängern sorgte immer wieder für Kritik – auch in der katholischen Kirche. Die Verleihung des Josef-Pieper-Preises an Barron im Juli in Münster sorgte für breite Proteste in Theologie und Kirche. Die Laudatio bei der Preisverleihung hielt Bischof Oster. (fxn)