Flüchtlingskinder betroffen

Trump-Regierung streicht Erzbistum Miami abrupt Hilfsgelder

Veröffentlicht am 18.04.2026 um 12:15 Uhr – Von Tobias Käufer (KNA) – Lesedauer: 

Miami ‐ Inmitten des viel beachteten Streits zwischen US-Präsident Trump und dem Papst stellt die Regierung plötzlich die Zahlungen für ein Hilfsprojekt im Erzbistum Miami ein. Es soll allerdings andere Gründe dafür geben.

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Das Bryan O. Walsh Children's Village im Süden Floridas bietet Platz für bis zu 81 Kinder. Es galt bislang als zuverlässige Anlaufstelle für unbegleitete Flüchtlingskinder, die aus Kuba, Venezuela und Haiti in die USA kommen. Diese Minderjährigen besitzen meist nichts anderes als das, was sie am Körper tragen – und sind auf Hilfe angewiesen. Verwaltet wird die Einrichtung vom Erzbistum Miami.

In dieser Woche erreichte die Diözese nun eine Mitteilung der Regierung, die in der Kirche Empörung auslöste. Washington kündigte mit sofortiger Wirkung und ohne Vorankündigung einen Vertrag im Wert von elf Millionen Dollar (9,3 Millionen Euro) mit der kirchlichen Organisation Catholic Charities. Mit den Mitteln wurde auch das Children's Village finanziert.

Die Ankündigung erfolgte nach wiederholten kritischen Stellungnahmen von Papst Leo XIV. zum militärischen Vorgehen der USA gegen den Iran. US-Präsident Donald Trump reagierte – in seinem typischen Stil – mit verbalen Angriffen auf seiner Online-Plattform auf die Kritik des Kirchenoberhaupts. Er bezeichnete den aus Chicago stammenden Geistlichen unter anderem als "eine Katastrophe in der Außenpolitik" und als "schwach" bei der Bekämpfung von Kriminalität.

Erzbischof gegen Trumps Abschiebepolitik

Es folgten Solidaritätsbotschaften für den Papst aus allen Teilen der Kirche, besonders aber von der US-Bischofskonferenz. Auch Miamis Erzbischof Thomas Wenski, ein entschiedener Gegner der Abschiebepolitik Trumps, stellte sich hinter Leo XIV.

"Die Regierung hat abrupt beschlossen, die mehr als 60 Jahre alte Beziehung zu Catholic Charities in der Erzdiözese Miami zu beenden", heißt es nun in einer Erklärung Wenskis. Deren Dienste für unbegleitete Minderjährige seien für ihre hervorragende Qualität bekannt und dienten anderen Einrichtungen im ganzen Land als Vorbild, so der Erzbischof weiter. Dennoch wurden ihnen die Mittel entzogen. "Und sie werden gezwungen sein, innerhalb von drei Monaten den Betrieb einzustellen."

Papst Leo XIV. winkt vor einer US-amerikanischen Flagge
Bild: ©KNA/CNS photo/Lola Gomez; Canva (Montage katholisch.de) (Symbolbild)

In den vergangenen Tagen sorgten die Verbalattacken Donald Trumps gegen Papst Leo XIV. weltweit für Gesprächsstoff.

Die zuständige Regierungsbehörde teilte mit, die Entscheidung sei schlicht deshalb getroffen worden, weil die Zahl der zu betreuenden unbegleiteten Migrantenkinder in Trumps neuer Amtszeit drastisch gesunken sei.

Das Erzbistum Miami appellierte eindringlich an die Regierung, die Beendigung des Vertrags noch einmal zu überdenken. Ein Sprecher der Erzdiözese erklärte, der Grund für die Kürzung sei aus seiner Sicht zwar ein "Rätsel". Dies habe aber nichts mit dem jüngsten Streit zwischen dem Papst und dem Präsidenten zu tun.

Erfolgreiches Programm

Erzbischof Wenski erklärte dazu: "Man beendet kein Programm, insbesondere kein Programm, das so erfolgreich ist wie das von Catholic Charities. Denn es wird schwierig sein, es wieder aufzunehmen, wenn eine weitere Welle unbegleiteter Minderjähriger kommt."

Peter Routsis-Arroyo, Chef von Miami Catholic Charities, kritisierte, dass die Kinder letztlich die Leidtragenden seien: "Die katholische Kirche wird sicher fortbestehen. Wer verliert? Die Kinder verlieren." Aber auch die Regierung werde zu den Verlierern zählen.

Von Tobias Käufer (KNA)