Kritik an Berichterstattung

Papst-Reden keine Trump-Schelte – Vance dankt für Klarstellung

Veröffentlicht am 19.04.2026 um 09:47 Uhr – Lesedauer: 

Washington ‐ Konflikt bereinigt? Nachdem der Papst klargestellt hat, dass nicht jede seiner Äußerungen als Kritik an der US-Regierung gelesen werden sollte, legt nun auch US-Vizepräsident Vance versöhnliche Worte an den Tag.

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US-Vizepräsident JD Vance hat Papst Leo XIV. für dessen Klarstellung bezüglich seiner Friedensmahnungen gedankt. "Papst Leo predigt das Evangelium, so wie er es sollte, und das bedeutet unweigerlich, dass er seine Meinung zu den moralischen Fragen dieser Tage äußern wird. Der Präsident und die gesamte Regierung arbeiten daran, sich für diese moralischen Prinzipien in einer chaotischen Welt einzusetzen", erklärte Vance am Samstag (Ortszeit) auf Sozialen Medien.

Zuvor war es zu einer öffentlichen Auseinandersetzung zwischen Papst und US-Regierung gekommen. Hintergrund waren Mahnungen für den Frieden, die Leo XIV. auf seiner derzeit laufenden Afrikareise tätigte. Diese wurden indirekt als Kritik am Kurs der US-Regierung insbesondere im Iran gedeutet.

Papst wehrt sich gegen Interpretationen

Auf dem Flug von Kamerun nach Angola am Samstag äußerte sich der Papst konkret dazu und stellte klar, dass seine Reden nicht als spezielle Botschaft an US-Präsident Donald Trump zu deuten seien. Es sei viel in seine Ausführungen "hineininterpretiert" worden. Doch seien seine Ansprachen für Afrika bereits vorbereitet gewesen, "bevor sich der Präsident überhaupt jemals zu mir und meiner Friedensbotschaft geäußert hatte", erklärte das Kirchenoberhaupt.

Noch vergangene Woche hatte Vance den Papst öffentlich kritisiert und dessen Friedensbotschaft seine Interpretation der Lehre vom "gerechten Krieg" entgegengestellt. Der Papst solle in diesen theologischen Fragen "vorsichtig" sein, so der US-Vize auf einer Veranstaltung.

Nun schlug Vance einen versöhnlicheren Ton an, und kritisierte die mediale Berichterstattung. "Während das Narrativ der Medien ständig Konflikte hoch schreibt – und ja, echte Meinungsverschiedenheiten haben stattgefunden und werden stattfinden –, ist die Realität oft sehr viel komplexer", betonte der US-Vize. Er wolle den Papst in seine Gebete aufnehmen, "und ich hoffe, dass wir auch in seinen sind". (KNA)