Neues Jesus-Bild von Trump und viel Kritik am US-Präsidenten
Die Kritik an Donald Trump für seine Inszenierung in Sozialen Medien und Äußerungen gegen Papst Leo XIV. hält an. Dieser hatte politische Selbstvergötterung und Vergötterung des Geldes kritisiert. Auch Vizepräsident JD Vance äußerte sich anschließend kritisch gegen den Papst. Derweil postete der US-Präsident erneut ein religiös aufgeladenes Bild.
Die US-Bischöfe betonten indes die Autorität des Papstes. Der Vorsitzende der Glaubenskommission der Bischofskonferenz, Weihbischof James Massa, wies am Mittwoch (Ortszeit) Vorwürfe von US-Vizepräsident JD Vance zurück. Vance, selbst Katholik, hatte Leo XIV. aufgefordert, sich nicht theologisch in die US-Politik einzumischen und sich stärker auf "moralische Fragen" zu konzentrieren. "Wenn Papst Leo XIV. als oberster Hirte der Weltkirche spricht, äußert er nicht bloß Meinungen über Theologie, sondern verkündet das Evangelium und übt seinen Dienst als Stellvertreter Christi aus", schreibt Massa in einer Stellungnahme. Der Bischof verweist auf die über tausendjährige Tradition der kirchlichen Lehre vom gerechten Krieg. Demnach, so Massa, dürfe ein Staat nur dann zu den Waffen greifen, wenn alle Friedensbemühungen gescheitert seien und es sich um Verteidigung handele.
Kardinal Woelki unterstützt Papst
"Es ist klar, dass der US-Präsident nicht erfreut ist über die päpstlichen Standpunkte. Denn für ihn scheint das Evangelium nicht die Richtschnur seines politischen Agierens zu sein", sagte der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki am Donnerstag auf Anfrage der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Zuvor hatte der "Focus" berichtet. Der Papst hat nichts anderes gesagt als die Botschaft des Evangeliums, sagte die Vorsitzende der Konrad-Adenauer-Stiftung, Annegret Kramp-Karrenbauer, der KNA in Berlin. "Die Kritik daran ist in Inhalt und Form völlig inakzeptabel und überschreitet jeden Anstand." Sie hoffe, dass von den Gottesdiensten am Wochenende "ein eindeutiges und kraftvolles Zeichen der Solidarität mit Papst Leo" ausgehe.
Wie Kramp-Karrenbauer hatten auch der frühere Bundestagspräsident Wolfgang Thierse sowie die Grünen-Chefin Franziska Brantner und die FDP-Politikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann Trump für seine Äußerungen über Papst Leo XIV. kritisiert. "Wenn führende Politiker mit der Vernichtung von Zivilisationen drohen und eine Sprache und Haltung fördern, die Spaltung vertieft und militärische Lösungen begünstigt, ist das aus christlicher Sicht entschieden zurückzuweisen", sagte der Bamberger Erzbischof Gössl der KNA. Eine derartige Politik widerspreche der Würde des Menschen und fördere eine "Kultur des Todes".
Neues KI-Bild: Jesus umarmt Trump
Am Mittwochabend veröffentlichte Trump auf seiner Plattform "Truth Social" ein KI-Bild, das ihn in inniger Umarmung mit Jesus vor der amerikanischen Flagge zeigt. Auf dem weitergeleiteten Bild ist zu lesen: "Ich war nie ein sehr religiöser Mensch ... aber scheint es nicht so, dass – bei all diesen satanischen, dämonischen, kindopfernden Monstern, die entlarvt werden – Gott vielleicht seine Trumpfkarte ('Trump card') ausspielt!" Bereits am Montag hatte Trump ein KI-generiertes Bild (oben) verbreitet, das ihn in großer Ähnlichkeit mit dem christlichen Erlöser darstellt. Nach weltweiter Kritik löschte der US-Präsident das Bild und erklärte, er sei missverstanden worden. Das Bild habe ihn nicht als Jesus, sondern als Arzt gezeigt.
Die präsidiale Selbstdarstellung war am Mittwoch auch Thema bei der ARD-Talkrunde Maischberger. Der Chefredakteur der Zeitung "Die Zeit", Giovanni di Lorenzo, sagte: "Ich bin ehrlicherweise gar nicht so verwundert. Das war das Letzte, was noch gefehlt hat." Für ihn fügt sich das Motiv in eine Entwicklung, in der Trump sich zunehmend selbst überhöht. Zugleich verweist er auf Gegenwind aus dem Vatikan: Papst Leo widerspreche Trump inzwischen offen, "da traut sich jemand etwas, was viele andere nicht tun". (KNA)
