Papst Leo XIV. predigt in Angola Zuversicht
Papst Leo XIV. hat die Menschen in Angola zu Versöhnung und Zuversicht aufgerufen. Knapp ein Vierteljahrhundert nach dem Ende des längsten afrikanischen Bürgerkriegs sagte der Papst am Sonntag in Kilamba, Angola sei ein verwundetes Land. Es dürste nach Hoffnung, Frieden und Geschwisterlichkeit. Der Bürgerkrieg von 1975 bis 2002 habe das Land gezeichnet und wirke bis heute nach in Zwietracht und Spaltung sowie in der Verschwendung von Ressourcen und Armut.
Die Angolaner rief der Papst auf, sich nicht von Entmutigung lähmen zu lassen. Er sagte: "Brüder und Schwestern, heute gilt es, mit Hoffnung in die Zukunft zu blicken und die Hoffnung der Zukunft zu gestalten. Fürchtet euch nicht davor!" Die mehr als 100.000 Menschen, die unter bedecktem Himmel an dem Gottesdienst teilnahmen, quittierten die Worte des Papstes mit Beifall.
"Hass und Korruption überwinden"
Leo XIV. fuhr dort: "So können und wollen auch wir ein Land aufbauen, in dem die alten Spaltungen für immer überwunden sind, in dem Hass und Gewalt verschwinden, in dem die Plage der Korruption durch eine neue Kultur der Gerechtigkeit und des Teilens geheilt wird. Nur so wird eine Zukunft der Hoffnung möglich sein, vor allem für die vielen jungen Menschen, die sie verloren haben."
Die Kirche müsse angesichts der schweren Folgen des Bürgerkriegs und der verbreiteten Armut dazu beitragen, die verlorene Hoffnung wiederzubeleben. Er führte aus: "Angola braucht Priester, Missionare, Ordensleute, Laien, die den Wunsch im Herzen tragen, ihr Leben zu teilen und zu verschenken, sich in gegenseitiger Liebe und Vergebung zu engagieren, Räume der Geschwisterlichkeit und des Friedens zu schaffen und Taten der Barmherzigkeit und Solidarität gegenüber den Bedürftigsten zu vollbringen."
Warnung vor religiösen Mischformen
Ausdrücklich warnte der Papst in seiner Predigt vor Mischformen zwischen dem Christentum und traditionellen afrikanischen Religionen. Diese gehörten zwar zu den Wurzeln der einheimischen Kultur. "Aber sie bergen gleichzeitig die Gefahr, magische und abergläubische Elemente zu vermischen, die dem geistlichen Weg nicht förderlich sind. Bleibt den Lehren der Kirche treu, vertraut euren Hirten und richtet euren Blick fest auf Jesus", so der Papst.
Der 2002 beendete Bürgerkrieg in Angola dauerte 27 Jahre und war mit 500.000 Toten und 2,5 Millionen Vertriebenen einer der schlimmsten in Afrika. Auf der einen Seite waren sozialistische Länder wie die Sowjetunion, die DDR und Kuba, auf der anderen Seite Südafrika, die USA und die Volksrepublik China darin verwickelt. Seine Folgen sind in dem an Öl und Diamanten reichen Land im Südwesten Afrikas bis heute gegenwärtig. (KNA)
