Gänswein kritisiert Homosexuellen-Zitat von Papst Franziskus
Der deutsche Erzbischof und Vatikandiplomat Georg Gänswein hat den berühmten Ausspruch von Papst Franziskus über Homosexuelle im Rückblick kritisiert. Franziskus hatte im Juli 2013 vor Journalisten gesagt: "Wenn jemand schwul ist und guten Glaubens den Herrn sucht – wer bin ich, über ihn zu urteilen?" Dieser Satz sei "aus dem Mund eines Papstes zumindest verwunderlich", sagte Gänswein nun in einem Interview der italienischen Tageszeitung "La Repubblica" (Montag).
Das Gespräch mit Gänswein, der inzwischen Papstbotschafter im Baltikum ist, wurde aus Anlass des ersten Todestags von Papst Franziskus am 21. April geführt. In dem Interview präzisierte Gänswein frühere eigene Andeutungen über Spannungen zwischen dem damals emeritierten Papst Benedikt XVI. (2005–2013), dessen Sekretär er lange war, und dessen Nachfolger Franziskus (2013–2025). Er dementierte, dass seinerzeit zahlreiche konservative Kirchenleute zum Ex-Papst gepilgert seien, um sich bei ihm auszusprechen.
Auch habe Benedikt XVI. nie die Einschränkungen der "Alten Messe" durch seinen Nachfolger kritisiert. Zwar sei dem emeritierten Papst "das Herz schwer geworden", als er davon erfuhr, doch gesagt habe Benedikt nichts dazu. Die Verschiedenheit von Papst und Ex-Papst sehe er rückblickend als eine Ergänzung und Bereicherung, so Gänswein. (KNA)
