Spekulationen um Nachfolge

Kardinal Omella nun 80 Jahre alt – nur noch 119 Papstwähler

Veröffentlicht am 21.04.2026 um 14:08 Uhr – Lesedauer: 

Barcelona ‐ Unter Papst Franziskus stieg er zu einem der einflussreichsten Kardinäle auf: Mit 80 scheidet Juan José Omella nun aus dem Kreis der Papstwähler aus – deren Zahl sinkt damit erstmals seit langem wieder unter 120.

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Kardinal Juan José Omella, Erzbischof von Barcelona, wird an diesem Dienstag (21. April) 80 Jahre alt. Mit Erreichen der Altersgrenze scheidet der Spanier aus dem Kreis der Papstwähler aus. Damit sind derzeit noch 119 der 243 Kardinäle der Weltkirche in einem möglichen Konklave stimmberechtigt. Die Zahl der potenziellen Papstwähler fällt so erstmals seit langem wieder unter 120, die Johannes Paul II. (1978–2005) einst als Obergrenze festgelegt hatte. Als einziger von Spaniens elf Kardinälen ist damit noch der Erzbischof von Madrid, José Cobo Cano, unter 80 und also zur Papstwahl berechtigt.

Omellas Wurzeln liegen im Nordosten Spaniens. Geboren 1946 in Cretas in der Autonomen Region Aragón, studierte er Philosophie und Theologie in Saragossa, Louvain und Jerusalem. 1970 folgte die Priesterweihe. Bis zur Ernennung zum Weihbischof 1996 arbeitete er in seinem Heimatbistum Saragossa und anschließend als Bischof kleinerer Diözesen im Grenzgebiet zu Frankreich.

Großer Aufstieg unter Papst Franziskus

Zum großen Aufstieg kam es unter Papst Franziskus: Der berief ihn 2015 zum Erzbischof Barcelonas, der zweitgrößten Stadt des Landes, und nahm ihn 2017 ins Kardinalskollegium auf. Als Mitglied des Kardinalsrates, eines wichtigen päpstlichen Beratergremiums, hatte er über Jahre großen Einfluss in der Römischen Kurie. In seiner spanischen Heimat stand er überdies von 2020 bis 2024 an der Spitze des Bischofskonferenz. Aus Altersgründen trat er nicht für eine zweite Amtszeit als Vorsitzender an.

Omella gilt als Mann des Ausgleichs – ganz nach dem Geschmack von Franziskus. Bei kontroversen gesellschaftlichen Themen – etwa beim Unabhängigkeitskampf Kataloniens – versuchte er stets zu vermitteln. Zugleich trieb er von Franziskus angestoßene kirchenpolitische Reformen voran, zum Beispiel in Sachen Missbrauchsprävention. Der Dialog mit der sozialistischen Regierung von Ministerpräsident Pedro Sánchez erwies sich indes als weitaus schwieriger als gedacht. Omella musste trotz seiner entgegenkommenden Art etliche Niederlagen einstecken. Die schlagzeilenträchtigste war sicher die 2021 verabschiedete Legalisierung aktiver Sterbehilfe.

Papst Leo XIV. reist im Juni nach Spanien, auch um an der Feier zur Fertigstellung der Kirche Sagrada Família teilzunehmen. Beobachter gehen davon aus, dass er seine Visite nutzen könnte, um Ausschau nach einem möglichen Nachfolger für Omella zu halten. Als einer der Kandidaten wird Pamplonas Erzbischof Florencio Roselló (64) gehandelt. (KNA)