"Betreiber von Plattformen in die Verantwortungen nehmen"

BDKJ fordert Schutzstandards für Jugendliche in Sozialen Medien

Veröffentlicht am 26.04.2026 um 08:49 Uhr – Lesedauer: 

Altenberg/Odenthal  ‐ Social Media gehört zum Alltag von Jugendlichen – das sieht auch der Bund der Deutschen Katholischen Jugend. Um junge Menschen dort zu schützen, nennt der Verband Maßnahmen. Und richtet sich an Betreiber von Plattformen.

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Damit Kinder und Jugendliche in der digitalen Welt sicherer sind, fordert der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) verbindliche Schutzstandards. Nötig seien auch mehr Transparenz bei Algorithmen sowie wirksame Maßnahmen gegen digitale Gewalt, erklärte der Dachverband von 17 katholischen Jugendverbänden am Samstag. Hintergrund ist ein Beschluss zur Gestaltung Sozialer Netzwerke auf der Hauptversammlung des BDKJ.

"Soziale Netzwerke sind wichtige Lebensräume junger Menschen. Gleichzeitig sind es Räume, in denen Hass, Desinformation und Manipulation besonders jene treffen, die ohnehin Diskriminierung erfahren", erklärte der BDKJ-Bundesvorsitzende Henner Gädtke. Es brauche klare und verbindliche Regeln, die die Betreiber von Plattformen in die Verantwortung nähmen und die Rechte junger Menschen stärkten.

Außerdem soll eine geplante Aufarbeitungsstudie der katholischen Jugendverbände zu Machtmissbrauch und sexualisierter Gewalt im Sommer starten. "Wir haben uns nach der Ausschreibung für das Forschungsprojekt und dem Sichten der eingegangenen Unterlagen verschiedener Forscher*innen für ein Forschungskonsortium entschieden. In den nächsten Wochen werden die dazu nötigen Absprachen und Vereinbarungen getroffen, so dass es im Sommer endlich los gehen kann", kündigte der BDKJ-Bundesvorsitzende Volker Andres an.

"Wir wollen mit der Studie unserer Verantwortung gerecht werden", sagte er. Dazu gehöre, bereits vorhandene Konzepte zur Vorbeugung von Missbrauch immer wieder zu evaluieren und zu verbessern. Ziel sei, sichere Räume für Kinder und Jugendliche zu schaffen und zu erhalten.

Der Verband mit nach eigenen Angaben rund 660.000 Mitgliedern forderte eine umfassende Medienbildung in der Schule und in der Jugendarbeit. "Wer digitale Räume gestaltet, gestaltet auch gesellschaftliche Machtverhältnisse. Deshalb ist es entscheidend, dass gerade die Perspektiven junger Menschen - insbesondere von marginalisierten Gruppen - gehört und einbezogen werden", erklärte Lisa Quarch von der Geistlichen Leitung des BDKJ-Bundesverbandes. "Nur so entstehen Plattformen, die wirklich gerecht und sicher sind." (KNA)