Bischof Wilmer für Schulfach Medienkunde als Mittel gegen Fake News

Bischof Heiner Wilmer spricht sich für ein Schulfach Medienbildung und -ethik aus. Angesichts von immer mehr Fake News und gezielten Desinformationskampagnen – auch mit Hlfe von KI – könnten junge Menschen so lernen, besser zwischen wahr und falsch zu unterscheiden, sagte der Vorsitzende der katholischen Bischofskonferenz am Donnerstag beim Katholikentag in Würzburg.
Als jemand, der selbst viele Jahre an Schulen gearbeitet habe, gehe er davon aus, dass junge Leute dafür sehr aufgeschlossen seien, fügte Wilmer hinzu: "Fake News tasten unsere Freiheit an, denn frei sind wir nur dann, wenn wir die Vernunft gebrauchen können. Wenn wir unterscheiden können zwischen wahr und falsch."
"Schwester des Oberteufels"
Bei der vom ZDF übertragenen Diskussion zum Thema "Wahrheit und Unwahrheit im Netz – Wie umgehen mit Fake News?" berichtete Irme Stetter-Karp, die Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), von Desinformationskampagnen gegen den Reformdialog Synodaler Weg: "Wir erleben hier in bestimmten Medien eine starke Tendenz, kleine Schnipsel herauszunehmen, um damit zu skandalisieren und das Ganze in eine falsche Ecke zu zerren."
In einem anderen Fall sei sie für viele zu eine Art "Schwester des Oberteufels" geworden, so Stetter-Karp weiter: 2022 habe man ihr in einer "Hetzkampagne" wochenlang vorgeworfen, sie wolle Abtreibungen fördern, weil eine differenzierte Aussage zum Thema bewusst sehr verkürzt dargestellt worden sei.
Fake News bei Klimafragen und Corona
Auch ZDF-Meteorologe Özden Terli berichtete von zahlreichen gezielten Angriffen und Desinformationskampagnen – vor allem immer dann, wenn es um Klimafragen gehe. Ähnliches schilderte CDU-Politikerin Franziska Hoppermann, die Vorsitzende der Enquete-Kommission zur Aufarbeitung der Corona-Pandemie. Auch bei diesem Thema tauchten viele Menschen in ihre eigenen Blasen ab und schotteten sich ab gegen wissenschaftlich basierte Informationen.
Hoppermann sprach sich ähnlich wie Wilmer für eine bessere Medienbildung aus – "aber nicht nur für die junge Generation". Außerdem seien rechtliche und gesetzliche Regeln für Plattformen und beim Einsatz von KI nötig. (KNA)