Bistum Eichstätt holt sich 36 Millionen Dollar aus USA zurück
Das Bistum Eichstätt hat in der Aufarbeitung seiner Finanzaffäre die Eintreibung von Schulden in den USA abgeschlossen. Inzwischen sei die letzte noch ausstehende Zahlung eingegangen, bestätigte ein Bistumssprecher am Montag auf Anfrage der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Damit sei der 2022 geschlossene Vergleich mit den beteiligten Projektentwicklern erfüllt.
Zusammen mit den nun eingegangenen 800.000 US-Dollar seien aus den Staaten insgesamt rund 36 Millionen US-Dollar (rund 31 Millionen Euro) zurückgeflossen, hieß es. Das Bistum hatte vor zehn und mehr Jahren aus eigenem Vermögen insgesamt 60 Millionen US-Dollar in riskanten Darlehen auf dem US-Immobilienmarkt angelegt.
Die erzielte Teil-Rückzahlung hatte für das Bistum ihren Preis: Fast acht Millionen Euro gab die Diözese nach Angaben eines ihrer Anwälte zur Wahrung ihrer Rechte aus den umstrittenen Kreditgeschäften für Juristen und Sachverständige aus. Diese Summe wurde im laufenden Strafprozess vor dem Landgericht München II Ende Februar genannt.
Weitere Schritte für Schadensersatz
In dem Gerichtsverfahren müssen sich zwei Angeklagte wegen Vorwürfen der Untreue, Bestechung und Steuerhinterziehung verantworten. Einer war einst leitender Mitarbeiter der Finanzabteilung des Bistums. Unabhängig von diesem Prozess hat die Diözese Schritte unternommen, um Schadensersatz von den beiden Männern zu erhalten.
Auch der ehemalige Finanzdirektor des Bistums sieht sich Regressforderungen gegenüber, wie er selbst ausgesagt hat. Der Geistliche hat alle Darlehensverträge mitunterzeichnet, war im Strafverfahren aber nur als Zeuge geladen. (KNA)
