Distanz von Nationalismus

Erzbischof Heße zu Landtagswahlen: "Müssen uns klar positionieren"

Veröffentlicht am 17.06.2026 um 19:30 Uhr – Lesedauer: 

Schwerin ‐ In Mecklenburg-Vorpommern steht bald die Landtagswahl an, in Umfragen kam die AfD zuletzt auf 36 Prozent. Flüchtlingsbischof Stefan Heße hat sich nun klar von Radikalismus distanziert – und stellt eine Forderung.

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Vor der anstehenden Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern hat sich der Flüchtlingsbischof Stefan Heße klar von Nationalismus distanziert. "Die Menschenwürde und der Zusammenhalt in unserer Gesellschaft sind bedroht durch rechtsextremistische Parteien", sagte er am Mittwochabend bei einem Empfang des katholischen Büros in Schwerin. "Deswegen müssen und werden wir uns als Kirchen in diesem Wahlkampf klar positionieren."

Rechtsextreme unterscheiden laut Heße zwischen Menschen erster und Menschen zweiter Klasse, zwischen Deutschen und Nicht-Deutschen. "Das widerspricht diametral unserer christlichen Überzeugung. Hier gibt es keine Abstufung der Menschenwürde." Jeder Mensch in Not habe einen Anspruch auf Hilfe.

Heße: Kämpfen für Demokratie

Glaubens- und Meinungsfreiheit seien zentrale Rechte aller Bürger, so der Hamburger Erzbischof. Die Kirche müsse die Stimme erheben gegen Nationalismus und "für unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung kämpfen". Heße kam auch auf den Umgang mit der Natur zu sprechen. "Die Natur ist keine Ressource, die ausgebeutet werden soll." Ein liberaler Marktradikalismus vertrage sich damit nicht. "Die Welt ist kein Besitz der Menschen, sondern unser gemeinsames Haus."

In Mecklenburg-Vorpommern finden am 20. September die Landtagswahlen statt. In Umfragen von Mai kam die AfD auf 36 Prozent. Zuvor wird am 6. September auch in Sachsen-Anhalt gewählt, dort kam die AfD in Umfragen zuletzt auf rund 41 Prozent. Während in Sachsen-Anhalt der Verfassungsschutz den dortigen AfD-Landesverband als gesichert rechtsextrem einstuft, ist das in Mecklenburg-Vorpommern nicht der Fall. (KNA)