In US-Hauptstadt Washington

Zwei Kardinäle unterstützen LGBTQ-Konferenz

Veröffentlicht am 19.06.2026 um 13:51 Uhr – Lesedauer: 

Washington ‐ Die katholische Kirche ringt weiter um den Umgang mit LGBTQ-Personen. Zwei prominente US-Kardinäle unterstützen nun eine Konferenz zur queeren Seelsorge und werben für einen synodalen Weg des Zuhörens und Begleitens.

  • Teilen:

Zwei prominente Kardinäle aus den Vereinigten Staaten unterstützen eine von Freitag bis Sonntag stattfindende Konferenz zur queeren Seelsorgearbeit. Das geht aus zwei Schreiben der Erzbischöfe hervor, die der Jesuit und Seelsorger für queere Katholiken, James Martin, am Freitag veröffentlichte. Bei den beiden Kardinälen handelt es sich um den Erzbischof von Chicago, Kardinal Blase Cupich, sowie den Erzbischof von Washington, Kardinal Robert McElroy.

McElroy hieß darin die Teilnehmenden zur Outreach-Konferenz an der Georgetown Universität in Washington willkommen. Wörtlich erklärte der Erzbischof der Hauptstadt: "Wir kommen in einem Augenblick zusammen, in dem die pastoralen Grundlagen, die Papst Franziskus für einen authentischen Dienst an und mit der LGBT-Gemeinschaft gelegt hat, durch Papst Leo vertieft und weiterentwickelt werden." Die Konferenz finde laut dem Washingtoner Kardinal nach der Veröffentlichung des Zwischenberichts der Studiengruppe 9 der Weltsynode statt, die die queere Seelsorge in ein "neues Paradigma" einordne. Der Zwischenbericht beleuchtete das Thema Homosexualität zunehmend positiv. Zudem enthielt das Papier zwei Erfahrungsberichte von homosexuellen Männern, was für einige Aktivisten einen bedeutenden Fortschritt in den Beziehungen der katholischen Kirche zur LGBTQ-Gemeinschaft darstellte.

Weiter schreibt McElroy: "Dieses Paradigma integriert auf kraftvolle Weise die Erfahrung glaubenserfüllter und vielfältiger Jüngerinnen und Jünger als Grundlage dafür, den Ruf zur Heiligkeit in seiner ganzen Konkretheit zu verstehen. Dieses neue Paradigma weist den wahren Weg zur Verwirklichung von 'Todos, Todos, Todos' ('Alle, alle, alle') in unserer Kirche – ewig alt und ewig neu."

Thema im Einklang mit synodaler Kirche

Auch Kardinal Cupich betonte in seinem Schreiben, dass es wesentlich sei, einander zuzuhören und einander zu begleiten, um eine lebendige Kirche zu ermöglichen. Wörtlich schrieb der Erzbischof von Chicago zur Konferenz: "Das Thema der Konferenz steht in gutem Einklang mit unserer synodalen Kirche und dem gegenwärtigen neuen missionarischen Zeitalter. Es ist hilfreich, auf die frühen Christen zu blicken, die entschlossen waren, dass niemand ausgeschlossen oder zurückgelassen wird." Zudem freue sich der Kardinal darüber, dass die lebendigsten Pfarreien seiner Erzdiözese an der Konferenz teilnehmen werden.

Organisiert wird die Konferenz von der katholischen LGBTQ-Organisation "New Ways Ministry". In den vergangenen Monaten hatte sie mehrere geschlossene Fortbildungen organisiert, an denen unter anderem auch Bischöfe und Erzbischöfe teilnahmen. Ziel war es, sich intensiver mit LGBTQ-Themen auseinanderzusetzen. (mtr)