Bei LGBTQ-Konferenz: Kardinal fordert Kirche ohne Ausgrenzung
Der Washingtoner Kardinal Robert McElroy hat die Verurteilung und Ausgrenzung der queeren Gemeinschaft in der Kirche kritisiert. Bei einem Gottesdienst zum Auftakt der Konferenz für queere Seelsorgearbeit in Washington sagte er laut einem Bericht des Portals "Outreach", die Kirche habe die LGBTQ-Gemeinschaft "so oft durch Verurteilung und Ausgrenzung verletzt". Zugleich verwies er auf Entwicklungen unter Papst Leo, die Hoffnung für die Zukunft machten.
Weiterhin verwies er auf eine Äußerung des Papstes, wonach Fragen der Sexualmoral nicht über Einheit oder Spaltung der Kirche entscheiden sollten. "Wenn Papst Leo auf die vergleichende Bedeutung von wirtschaftlicher Gerechtigkeit, Krieg und Frieden, Einwanderung und Rassismus als Schlüsselelemente des christlichen moralischen Lebens hinweist, verwirft er diesen falschen Reduktionismus, der die moralischen Verpflichtungen auf den Bereich der Sexualität konzentriert", so McElroy.
In diesem Zusammenhang verwies der Erzbischof des US-Hauptstadtbistums auch auf den Zwischenbericht der Studiengruppe neun der Weltsynode. Dieser entwickle ein "neues Paradigma" der Pastoral. "Pastorale Praxis bedeutet nicht, ein bereits ausgearbeitetes und oft verfestigtes Prinzipienwerk auf konkrete Situationen anzuwenden", führte der Kardinal aus. Sie entspringe vielmehr der Überzeugung, dass "die konkreten Lebensumstände der Menschen konstitutive Dimensionen" dafür seien, wie die Lehre in diesem Licht geformt werden solle.
Unterstützung von weiterem Kardinal
Im Zwischenbericht der neunten Studiengruppe werde das Thema Homosexualität zunehmend positiv beleuchtet. Zudem enthalte das Papier zwei Erfahrungsberichte homosexueller Männer, was Beobachter als einen bedeutenden Fortschritt in den Beziehungen der katholischen Kirche zur queeren Gemeinschaft werteten.
Organisiert wurde die Konferenz von der katholischen Organisation "New Ways Ministry". In den vergangenen Monaten hatte sie mehrere geschlossene Fortbildungen organisiert, an denen unter anderem Bischöfe und Erzbischöfe teilnahmen. Im Vorfeld der Konferenz erhielt sie Unterstützung von McElroy sowie vom Erzbischof von Chicago, Kardinal Blase Cupich. Cupich betonte die Bedeutung gegenseitigen Zuhörens und Begleitens. (mtr)
