Jesuit Batlogg: Bischofsernennungen müssen transparenter werden

Mehr Transparenz bei Bischofsernennungen hat der Jesuit Andreas Batlogg angemahnt. In der aktuellen Ausgabe der Wochenzeitung "Die Furche" schreibt Batlogg mit Blick auf die jüngste Ernennung von Josef Grünwidl zum Erzbischof von Wien: "Das Ergebnis ist erfreulich, das Prozedere jedoch verbesserungswürdig."
Bischofsernennungen blieben eine heikle Sache. Fehler seien nie auszuschließen. Heute würden zwar – unter dem Siegel der Verschwiegenheit – auch Laien, also haupt- und ehrenamtliche kirchliche Mitarbeitende und Gremien, befragt. Was mit deren Informationen passiert, bleibe aber im Dunkeln, kritisiert Batlogg. Sein Fazit: "Es braucht Transparenz und Rechenschaftspflicht."
Batlogg sieht Papst Leo am Zug
Eine Reihe von Vorschlägen prominenter Theologen und von Reformbewegungen liegen laut Batlogg auf dem Tisch. Auch der weltweite synodale Prozess habe sich mit diesem Thema beschäftigt. Es liege nun an Papst Leo XIV., damit Ernst zu machen. Eine noch von Papst Franziskus (2013–2025) gegründete und vom emeritierten Münsteraner Bischof Felix Genn geleitete Studiengruppe hatte bereits im Mai einen Abschlussbericht vorgelegt, in dem auch sie mehr Laienbeteiligung bei Bischofsernennungen fordert. Auch der Synodale Weg der Kirche in Deutschland hatte in einem Handlungstext gefordert, Laien bei der Bestellung des Diözesanbischofs einzubeziehen.
Wie Batlogg betont, war Papst Leo XIV. vor seiner Wahl zwei Jahre Präfekt des Dikasteriums für die Bischöfe. Als gelernter Kirchenrechtler kenne er die Verfahren und habe auch an den beiden Sessionen der Weltsynode teilgenommen. Es wäre gut, so Batlogg, "wenn der Papst und die Kurie die Bedürfnisse und die Wünsche vor Ort wirklich zur Kenntnis nähmen". Letztlich gehe es darum, Macht von oben nach unten abzugeben. (cbr/KNA)