Popsängerin dreht unerlaubt für frivoles Video in bayerischer Kirche
Eine junge Schweizer Popsängerin hat mit ihrer Freundin für ein anzügliches Video in einer bayerischen Kirche gedreht, um damit ihre neue Single zu vermarkten. "Ich bin aus allen Wolken gefallen, als ich das Video am Freitag gesehen habe", sagte Roman Gerl, Pfarrer von Sankt Emmeram in Regensburg, am Montag der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Es habe keine Dreherlaubnis gegeben, und für ein solches Projekt hätte er auch nie eine erteilt.
In dem Clip zu ihrem Lied "You believe in Jesus, I believe in Pussy" feiert die Sängerin Milune (22) ihre lesbische Liebesbeziehung. Der Pfarrer bezeichnete das Video als "frivol" und sprach von einem "absoluten No-Go". Er sei schockiert, wie damit religiöse Gefühle massiv verletzt worden seien.
Anwälte sollen Verbreitung stoppen
Die Angelegenheit sei in Absprache mit der Bistumsverwaltung an eine Anwaltskanzlei übergeben worden, um eine weitere Verbreitung des Videos zu unterbinden, so Gerl. Am Montag war es bereits im Internet nicht mehr abrufbar.
Der Pfarrer sagte, es gebe immer mal wieder Anfragen, in seiner Kirche für Kulturprojekte Aufnahmen zu machen. Videoclips seien bisher aber kaum darunter gewesen. Bevor er sein Einverständnis gebe, lasse er sich bei solchen Vorhaben stets die Inhalte geben, um die es gehen soll.
Sankt Emmeram in Regensburg zählt zu den bedeutendsten Kirchenbauten Süddeutschlands und war vor dem Bau des Doms 200 Jahre lang Bischofskirche. Die dreischiffige Basilika entstand bereits im 8. Jahrhundert und wurde mehrfach erweitert. Der barocke Innenraum ist eine Schöpfung der Künstlerbrüder Egid Quirin und Cosmas Damian Asam im 18. Jahrhundert. Sie gestalteten ihn als "Thronsaal Gottes". (KNA)
