Warum der Kulturstaatsminister ein Adenauer-Kreuz im Büro hat

Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) hat in seinem Büro ein Kreuz aus dem Bestand der Familie von Altkanzler Konrad Adenauer aufgehängt. "Ich freue mich sehr darüber – und dass damit auch ein Stück Adenauer ins Kanzleramt zurückkehrt", sagte Weimer im Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) in Berlin. "Ich bin süddeutscher Katholik. Für mich ist es eine schöne Normalität, wenn ein Kreuz im Zimmer ist."
Das Kreuz ist eine Leihgabe der Stiftung Bundeskanzler-Adenauer-Haus in Rhöndorf bei Bonn. "Es hing im Zimmer von Paul Adenauer, dem Sohn Konrad Adenauers; er war Priester", so Weimer. Das Kreuz erinnere ihn daran, dass es größere Dinge gebe als Politik. "Das Kreuz ist für mich persönlich vor allem eine Geborgenheit. Eine Kraftquelle und stiller Hinweis, Demut und Rücksichtnahme nie aus dem Auge zu verlieren."
Kreuz als Ausgangspunkt für Gespräche
Einige der Gäste in Weimers Büro animiere das Kreuz zum Gespräch über "die wirklich wichtigen Dinge des Lebens und der Kultur". Andere Besucher seien überrascht, dass es nach der Ampelzeit wieder ein Kreuz im Kanzleramt gibt. "Aber zu Zeiten von Kohl oder Adenauer war ein Kreuz im Zentrum der Macht ganz normal."
Für ihn spielten Kirchen noch eine große Rolle in Kultur und Gesellschaft, sagte Weimer. "Am Ende bleiben die Kirchen für viele Menschen Tankstellen für die Seele. Häufig auch schon dann, wenn sie lediglich im Stadtbild oder in der Landschaft sichtbar sind. Unabhängig davon, ob die Menschen noch Kirchenmitglieder sind, bleiben Kirchen Wegmarken unserer kulturellen Herkunft." Daher sei wichtig, dass "wir sie nicht abreißen, verfallen lassen oder mit schneller Hand zu irgendetwas anderem umdefinieren". (KNA)