Papst Franziskus sei kein Gegner des Synodalen Wegs

Bischof Bätzing: Bei Reformen nicht durch Blockierer aufhalten lassen

Aktualisiert am 26.09.2022  –  Lesedauer: 

München ‐ Nur eine Minderheit der deutschen Bischöfe wolle keine Reformen, ist der DBK-Vorsitzende Georg Bätzing überzeugt. "Wir dürfen uns nicht durch die aufhalten lassen, die einfach alles blockieren", betont der Bischof.

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Die Mehrheit der deutschen Bischöfe will nach den Worten ihres Konferenzvorsitzenden Georg Bätzing Reformen. Nur eine Minderheit wolle dies nicht, sagte der Limburger Bischof am Montag im Bayerischen Rundfunk vor der Herbstvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) in Fulda. "Wir dürfen uns nicht durch die aufhalten lassen, die einfach alles blockieren." Die Ablehnung von Reformen "stimmt einfach nicht überein mit der Wahrnehmung des Gottesvolkes und auch den demografischen Tendenzen, die wir ja auch wahrnehmen. Insofern: Wir müssen miteinander reden."

Bätzing sprach mit Blick auf die Reformdebatte Synodaler Weg von einem großen Erfolg. Bis auf den Grundlagentext zur Sexualethik seien bisher alle Vorhaben mit den nötigen Mehrheiten verabschiedet worden. Bezogen auf die Ausnahme sagte er: "Da werden wir uns zusammenraufen müssen." Bätzing reklamierte Unterstützung von Papst Franziskus für den Synodalen Weg. "Der Papst selber ist doch ein großer Reformer, insofern ist es keine gute Wahrnehmung zu sagen, er ist ein Gegner des Synodalen Weges." Franziskus habe zwar kritische Anmerkungen gemacht, ob die Themen Evangelisierung und Mission genug verortet seien. "Wir sagen aber, wir müssen erst einmal die Strukturen so bauen, dass Menschen das Evangelium überhaupt nochmal annehmen können. Darüber müssen wir immer auch die Verständigung mit dem Papst suchen."

Kritisch äußerte sich der DBK-Vorsitzende auch zu der von Reformgegnern häufig bemühten Warnung vor einer Kirchenspaltung: "Es gibt dieses Auseinanderfallen ja, denn viele Menschen kehren der Kirche den Rücken." Ihm sei es ein großes Anliegen, die Austrittsbewegung aufzuhalten und zu hören, was diesen Menschen wichtig sei. Dies liege in der Verantwortung jedes einzelnen Bischofs. (KNA)