Bestätigung durch DBK und Rom steht noch aus

Söding: Synodalkonferenz verdient Vertrauen

Veröffentlicht am 05.02.2026 um 11:09 Uhr – Lesedauer: 

Freiburg ‐ Nach der letzten Synodalversammlung beginnt eine neue Phase. Der Vizepräsident des Synodalen Wegs, Thomas Söding, spricht von einer Staffelübergabe – und sagt, warum die geplante Synodalkonferenz Vertrauen verdient.

  • Teilen:

Der Bochumer Theologe Thomas Söding ist der Ansicht, dass die vom Synodalen Weg geplante Synodalkonferenz Vertrauen verdient. Dieses Vertrauen müsse sie sich jedoch auch noch erarbeiten, schreibt er in einem Beitrag für das Internetportal der "Herder Korrespondenz" (Donnerstag). Am vergangenen Samstag endete mit der sechsten Synodalversammlung in Stuttgart der groß angelegte Reformprozess der katholischen Kirche in Deutschland. Mit diesem Ende beginne nun eine neue Phase, so der Vizepräsident des Synodalen Weges und des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) – vorausgesetzt, das für den Herbst geplante nationale Kirchengremium erhalte von der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) und von Rom grünes Licht. 

Weiter schreibt Söding, dass diejenigen, die der Auffassung seien, es habe sich viel zu wenig getan, nicht verkennen könnten, dass sich auch einiges zum Guten hin verändert habe – etwa in der Missbrauchsaufarbeitung oder in der Anerkennung geschlechtlicher Vielfalt. Kritiker, die im Synodalen Weg einen deutschen Sonderweg sahen, tun sich laut Söding zunehmend schwer, diesen in Rom schlechtzureden. Zwar habe es viel ausgesprochenen und unausgesprochenen Unmut gegeben, aber auch viel Bewegung: weg von der Klage über das, was nicht gelungen sei, hin zu den positiven Aspekten sowie zu einem Fokus auf das, was nötig und möglich sei. "Es gibt gewachsenes Vertrauen, es gibt das Versprechen, den synodalen Weg nicht zu verlassen, sondern weiterzugehen", so Söding. Stuttgart sei in diesem Zusammenhang der Ort der Staffelübergabe gewesen. 

Grünes Licht für Gremium steht noch aus 

Unterdessen übte der Theologe Kritik an der Fixierung auf traditionelle Rollenbilder, am Kampf gegen den sogenannten Gender-Wahn sowie an Verboten für Paare, die sich lieben. Dies sei ein Irrweg, so Söding. "Ein synodales Lehramt ist noch weit entfernt – aber es täte der Kirche gut. Seine Hauptaufgabe wäre, das zu benennen, was wirklich eint, und es von dem zu unterscheiden, was nur bestimmten Gruppen oder Kulturen wesentlich erscheint."

Der Synodale Weg wurde 2019 unter dem Eindruck des kirchlichen Missbrauchsskandals ins Leben gerufen. Deutsche Bischöfe und Laienvertreter hatten sechs Jahre lang in dem Reformprozess über die Zukunft der katholischen Kirche beraten. Die Arbeit des Synodalen Wegs soll im Herbst in ein nationales Kirchengremium münden, die Synodalkonferenz. Eine Bestätigung durch die DBK und den Vatikan steht allerdings noch aus. (mtr)