Osternacht-Predigt des Papstes erstmals simultan in 60 Sprachen
Der Vatikan beginnt in den nächsten Tagen mit der Erprobung einer neuen Simultanübersetzungs-Technik im Petersdom. Wie das Kommunikations-Dikasterium am Mittwoch auf Anfrage der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) mitteilte, soll die Testphase in der nächsten Woche starten und bis zum Frühling abgeschlossen sein. Wenn sie erfolgreich ist, können die Pilger aus aller Welt bereits in der Osternacht die Predigt des Papstes über ihr Smartphone in 60 verschiedenen Sprachen mitverfolgen.
Die Technik beruht laut Vatikan-Angaben auf der KI-Anwendung "Lara" des Unternehmens Translated. Sie wurde federführend vom deutschen KI-Experten Alexander Waibel in Karlsruhe entwickelt. Es handelt sich demnach um den weltweit ersten Einsatz dieser Technologie in einem so großen Maßstab und in einem Gotteshaus. Der Petersdom hat mehr als 10.000 Sitzplätze.
Waibel gilt als einer der führenden Wissenschaftler für automatische Spracherkennung. Er leitet das "Interactive Systems Labs" am Robotik-Institut der Fakultät für Informatik des KIT in Karlsruhe.
Hausherr voller Zuversicht
Der Hausherr des Petersdoms begrüßte die Innovation. Der italienische Kurienkardinal Mauro Gambetti erklärte: "Wir sind zuversichtlich, dass der menschliche Erfindergeist, wenn er vom Glauben geleitet wird, zu einem Werkzeug der Gemeinschaft werden kann."
Um die Anwendung nutzen zu können, müssen die Gottesdienstteilnehmer am Eingang des Petersdoms einen QR-Code scannen und ihre Sprache wählen. Sie können dann der Liturgie im Text oder per Audio folgen. Das Herunterladen einer App ist nicht erforderlich. (KNA)
