Papstsekretär: Leo XIV. trotz hohen Arbeitspensums immer erreichbar
Für den Privatsekretär von Papst Leo XIV. ist alles an ihm gleichgeblieben – außer Kleidung und Aufgaben. Leo sei weiterhin nahbar, ruhig und immer erreichbar, trotz des hohen Arbeitspensums, des Tempos und der vielen Aktivitäten, sagte Edgard Iván Rimaycuna Inga in einem Interview mit dem spanischen Magazin "Alfa y Omega" am Dienstag. Seit Mai 2025 steht der 36-jährige peruanische Priester an der Seite des Oberhauptes von 1,4 Milliarden Katholiken und unterstützt ihn bei seiner täglichen Arbeit. Den amtierenden Papst lernte er kennen, als dieser noch an der Spitze des peruanischen Bistums Chiclayo stand.
Auf die Frage, was es bedeutet, persönlicher Sekretär eines Papstes zu sein, erklärte Rimaycuna: "Es bedeutet, an der Seite eines Freundes zu arbeiten, zumindest in meinem besonderen Fall." Zu seinen Aufgaben gehöre es unter anderem auch, dem Papst zu helfen, die nötige Erholung zu finden und zu bekommen – "damit der Heilige Vater seine Mission, die Kirche zu leiten, fortsetzen kann". Doch dies sei nicht immer leicht: "Niemand lehrt einen, Sekretär des Papstes zu sein, denn es ist eine Aufgabe, die von einem Moment auf den anderen kommt", so der 36-Jährige.
Gänswein war letzter Privatsekretär
Das Bild des Papstes in den Medien als vorsichtig und nüchtern entspreche tatsächlich dem Charakter des Kirchenoberhauptes, erklärte Rimaycuna. Leo XIV. sei "immer umsichtig, ruhig, geduldig". Dazu hätten die Jahre in Peru beigetragen, vor allem, um die Nähe zu den Menschen zu entdecken und die gleichen Lebensbedingungen wie die Menschen in den Missionen zu teilen. „Er versteht es, die Umsicht und die amerikanische Praktikabilität mit der Nähe zu verbinden, die er in Lateinamerika gelernt hat“, so der Geistliche.
Der letzte feste Privatsekretär eines Papstes war der deutsche Erzbischof Georg Gänswein, der Benedikt XVI. bis zu dessen Tod als emeritierter Papst am 31. Dezember 2022 diente. Papst Franziskus wechselte seine Privatsekretäre immer wieder aus. Das Amt des päpstlichen Privatsekretärs ist im vatikanischen Organigramm eigentlich nicht vorgesehen. Es handelt sich vielmehr um eine Form der Arbeitsteilung. Allerdings hat der Privatsekretär eines Papstes in der Regel eine erhebliche informelle Macht. (mtr)
